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Datum
26.02.2026

Einsamkeit im Studium: Das kannst du dagegen tun

Das Studium gilt oft als eine der spannendsten Phasen des Lebens. Neue Stadt, neue Menschen, neue Freiheiten – und trotzdem fühlen sich viele Studierende einsam. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, ist in Wahrheit weit verbreitet: Einsamkeit im Studium ist kein Einzelfall, sondern betrifft Studierende aller Semester und Fachrichtungen. Ob Erstiwoche verpasst, in der hybriden Lehre den Anschluss verloren oder in der Prüfungsphase isoliert – die Gründe sind vielfältig. Wichtig ist: Du bist damit nicht allein, und es gibt konkrete Wege, aktiv etwas dagegen zu tun.

Studentin steht alleine auf dem Campus abseits einer Gruppe Studierender / MLP Financify
(GettyImages/SDI Productions)

Das Wichtigste in Kürze

  • Einsamkeit im Studium ist weit verbreitet und kein Zeichen von persönlichem Versagen. Ursachen sind oft Umbrüche, Leistungsdruck, hybride Lehre und fehlende soziale Strukturen.
  • Kleine Schritte, Uni-Angebote wie Hochschulsport, Fachschaften oder Erstiwoche-Events sowie gemeinsame Aktivitäten helfen beim Kontaktaufbau.
  • Lerngruppen und Hobbys sind besonders gute Einstiegsmöglichkeiten, um Freunde an der Uni zu finden.
  • Bei anhaltender Einsamkeit solltest du professionelle Unterstützung nutzen – etwa die Psychologische Beratungsstelle (PBS) oder die Nightline.

Warum Einsamkeit im Studium so häufig vorkommt

Der Übergang von Schule oder Ausbildung ins Studium bringt viele Veränderungen mit sich. Plötzlich sind alte Freundeskreise weit weg, während neue Kontakte erst aufgebaut werden müssen. Große Vorlesungen, anonyme Hörsäle und ein oft unübersichtliches Campusleben erschweren es, Anschluss zu finden. Hinzu kommen Leistungsdruck, Nebenjobs oder finanzielle Sorgen – Faktoren, die dazu führen können, dass soziale Kontakte unbewusst in den Hintergrund rücken.

Gerade zu Beginn des Studiums, im Auslandssemester oder während der Prüfungsphase fühlen sich viele Studierende isoliert. Wer nicht zu den extrovertierten Personen zählt, hat schnell das Gefühl, den Anschluss zu verlieren und nicht mehr in bestehende Freundeskreise hineinzufinden.

Hybride Lehre und digitale Isolation

Seit der Pandemie hat sich die Hochschullehre stark verändert. Auch 2026 finden viele Veranstaltungen als hybride oder reine Online-Formate statt. Das bedeutet: Weniger zufällige Begegnungen in der Mensa, weniger Smalltalk vor dem Hörsaal und weniger Gelegenheiten, Kommilitonen kennenzulernen. Diese digitale Isolation verstärkt das Gefühl, trotz Studium allein zu sein – besonders für Studierende in höheren Semestern, die die klassische Erstiwoche nie erlebt haben.

Einsamkeit erkennen – und ernst nehmen

Einsamkeit zeigt sich nicht immer offensichtlich: Manche Studierenden fühlen sich trotz vieler Kontakte innerlich allein, während sich andere zunehmend zurückziehen. Typische Anzeichen können sein:

  • Das Gefühl, niemanden zu haben, mit dem man offen sprechen kann.
  • Sinkende Motivation für Uni und Freizeit.
  • Anhaltende Traurigkeit oder Erschöpfung.
  • Der Wunsch, soziale Situationen zu vermeiden.
  • Das ständige Vergleichen mit vermeintlich gut vernetzten Kommilitonen in den sozialen Medien.

Wichtig ist: Einsamkeit ist kein persönliches Versagen, sondern ein menschliches Gefühl. Je früher du es ernst nimmst, desto leichter fällt es, gegenzusteuern. Das Bewusstsein für mentale Gesundheit bei Studierenden wächst – und das ist ein gutes Zeichen.

Was du aktiv gegen Einsamkeit tun kannst

Kleine Schritte statt großer Erwartungen

Du musst nicht sofort einen neuen Freundeskreis aufbauen. Oft reicht es, wenn du zunächst nur kleine Kontakte knüpfst: ein kurzes Gespräch nach der Vorlesung, ein gemeinsamer Kaffee oder eine Lerngruppe. Setz dich nicht unter DruckFreunde finden an der Uni ist ein Prozess, der Zeit braucht.

Uni-Angebote bewusst nutzen

Hochschulen bieten viele Möglichkeiten, um Menschen kennenzulernen: Fachschaften, Hochschulsport, studentische Initiativen, Erstsemesterprogramme oder Workshops. Gerade diese Angebote sind dafür da, neue Kontakte zu knüpfen – auch wenn es Überwindung kostet. Informiere dich auf der Website deiner Hochschule oder in Uni-Discord-Servern und Fachschafts-Gruppen über aktuelle Veranstaltungen.

Lerngruppen als soziale Brücke

Gemeinsam lernen verbindet. Lerngruppen sind nicht nur eine fachliche Hilfe, sondern sie schaffen auch regelmäßige soziale Berührungspunkte. Oft entstehen aus anfänglich rein zweckorientierten Gemeinschaften echte Freundschaften. Ob in der Bibliothek, per Videocall oder über digitale Lernplattformen – der Einstieg ist niedrigschwellig und lohnt sich.

Routine außerhalb der Uni aufbauen

Ehrenamt, Vereine, ein Nebenjob oder kreative Hobbys bringen nicht nur Struktur in den Alltag, sondern erweitern auch das soziale Umfeld über die Hochschule hinaus. Gemeinsame Interessen erleichtern den Einstieg in Gespräche enorm. Auch das WG-Leben kann eine wertvolle Quelle für soziale Kontakte sein – etwa durch gemeinsames Kochen oder WG-Abende.

Digital vernetzen – aber bewusst

Soziale Medien und digitale Plattformen können dabei helfen, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Menschen kennenzulernen. Gleichzeitig können sie jedoch das Gefühl verstärken, nicht dazuzugehören, da man sich in vielen Belangen mit anderen vergleicht. Achte deshalb darauf, digitale Kontakte auch in echte Begegnungen zu überführen – etwa durch persönliche Treffen oder gemeinsame Aktivitäten. Plattformen wie Uni-Discord-Server oder Fachschafts-Chats eignen sich gut als erster, niedrigschwelliger Schritt.

Gut zu wissen: Du möchtest nicht nur deine sozialen Kontakte stärken, sondern auch dein Studium und deine Finanzen besser organisieren? Deine MLP Beraterin oder dein MLP Berater unterstützt dich dabei, den Überblick zu behalten – von der Studienfinanzierung bis zur persönlichen Absicherung.

Manchmal reichen die eigenen Strategien nicht aus – und das ist völlig in Ordnung. Viele Hochschulen bieten kostenlose Anlaufstellen für mentale Gesundheit bei Studierenden:

  • Psychologische Beratungsstellen: Fast jede Hochschule verfügt über eine PBS, die vertrauliche und kostenfreie Gespräche anbietet.
  • Nightline: An vielen Unis gibt es studentische Zuhör-Telefone, bei denen du anonym über deine Sorgen sprechen kannst.
  • Studierendenwerk: Bietet häufig Gruppenangebote, Workshops zu Selbstfürsorge und Vermittlung an weiterführende Stellen.

Auch Kommunikation mit der Familie oder mit vertrauten Personen kann entlastend wirken. Einsamkeit darf angesprochen werden. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Ausdruck von Selbstfürsorge.

Fazit: Offenheit ist gesünder als Schweigen

Einsamkeit im Studium kann jede und jeden treffen – unabhängig von Semesterzahl oder Persönlichkeit. Entscheidend ist nicht, ob dieses Gefühl auftaucht, sondern wie du damit umgehst. Mit Offenheit, Geduld und kleinen, aktiven Schritten lassen sich neue Verbindungen aufbauen. Nutze die Angebote deiner Hochschule, probiere Lerngruppen oder Hochschulsport aus und scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mach dir keinen Druck, im Studium sofort die Zeit deines Lebens zu haben – gib dir Zeit, Schritt für Schritt anzukommen und neue Bekanntschaften zu schließen.

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