Was ist der SCHUFA-Basisscore – und warum ist er für dich als Student relevant?
Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands bekannteste Auskunftei. Sie sammelt Daten über dein Zahlungsverhalten und errechnet daraus deinen Basisscore – eine Prozentzahl zwischen 0 und 100, die deine Kreditwürdigkeit widerspiegelt. Je höher der Wert, desto vertrauenswürdiger wirkst du auf potenzielle Vertragspartner wie Vermieter, Mobilfunkanbieter oder Banken.
Gerade im Studium hast du oft noch wenig finanzielle Historie. Ein niedriger oder kaum vorhandener Score ist deshalb kein Makel – aber ein Startpunkt, den du aktiv gestalten kannst. Denn: Je früher du anfängst, desto besser ist deine Ausgangslage nach dem Studium.
Wie wird der SCHUFA-Basisscore berechnet?
Die genaue Berechnungsformel der SCHUFA ist nicht öffentlich, aber bekannt ist, welche Faktoren deinen Score beeinflussen:
- Zahlungshistorie: Hast du Rechnungen, Kredite oder Verträge zuverlässig und pünktlich bedient? Das ist der größte Hebel.
- Anzahl und Art deiner Konten & Kreditkarten: Viele gleichzeitig aktive Produkte wirken sich negativ aus.
- Kreditanfragen: Jede formelle Anfrage (z. B. für ein Darlehen) hinterlässt einen Eintrag.
- Negativmerkmale: Mahnbescheide, Inkasso oder Zahlungsausfälle senken den Score erheblich.
- Alter der Finanzbeziehungen: Langfristige, stabile Vertragsbeziehungen wirken sich positiv aus.
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Gut zu wissen: Die SCHUFA bewertet nicht dein Einkommen oder Vermögen direkt – sondern dein Verhalten im Umgang mit finanziellen Verpflichtungen.
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So baust du als Student gezielt eine gute Bonität auf
Du musst kein Finanzprofi sein, um an deiner Bonität zu arbeiten. Diese konkreten Schritte helfen dir dabei:
Zahle Rechnungen zuverlässig und pünktlich
Deine Zahlungshistorie ist der wichtigste Faktor für einen guten SCHUFA-Score.
Miete,
Strom,
Handyvertrag, Streaming-Abo – all das zählt. Verspätete Zahlungen oder Rücklastschriften wirken sich direkt negativ aus.
Unser Tipp: Richte für alle wiederkehrenden Zahlungen einen Dauerauftrag ein. So läuft die Zahlung automatisch und pünktlich – ohne dass du daran denken musst.
Finger weg von zu vielen Konten und Kreditkarten
So verlockend Sonderangebote für neue Girokonten oder Kreditkarten auch sein mögen: Wer zu viele Produkte gleichzeitig nutzt, senkt seinen Score. Konzentriere dich lieber auf ein bis zwei Konten und nutze sie verantwortungsvoll. Eine kontrollierte, stabile Kontoführung signalisiert der SCHUFA verlässliches Finanzverhalten.
Buy Now Pay Later – die unterschätzte SCHUFA-Falle für Studierende
Dienste wie Klarna, PayPal Later oder Ratenzahlung beim Online-Shopping (
BNPL – Buy Now Pay Later
) sind praktisch und weit verbreitet – besonders unter Studierenden. Was viele nicht wissen: Auch diese Käufe können SCHUFA-relevant sein, wenn Raten nicht pünktlich bezahlt werden oder zu viele solcher Verträge gleichzeitig laufen.
Konkret bedeutet das:
- Offene Raten, die gemahnt werden, landen als Negativmerkmal in deiner SCHUFA-Akte.
- Häufige BNPL-Nutzung kann als Zeichen finanzieller Instabilität gewertet werden.
- Null-Prozent-Finanzierungen klingen kostenlos – sind aber oft mit Kreditanfragen verbunden.
Unser Tipp: Nutze BNPL-Optionen nur dann, wenn du die Rate sicher und pünktlich begleichen kannst. Im Zweifel ist direktes Bezahlen die sicherere Wahl für deinen Score.
Achte auf wenige Bonitätsanfragen
Jede formelle Kreditanfrage – ob für ein Darlehen, eine Kreditkarte oder ein neues Handyabo – hinterlässt einen sogenannten Hard Inquiry in deiner SCHUFA-Datei. Mehrere solcher Anfragen in kurzer Zeit können sich negativ auswirken. Entscheide dich daher gezielt für Angebote und nutze im Zweifel Konditionsanfragen, die deinen Score nicht belasten.
Nutze deine kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft
Einmal pro Jahr hast du das Recht auf eine kostenlose SCHUFA-Datenkopie (gemäß Art. 15 DSGVO). Nutze diese Möglichkeit, um deinen Score und alle gespeicherten Einträge zu überprüfen. Fehler – zum Beispiel längst bezahlte Forderungen, die noch eingetragen sind – kommen vor und lassen sich korrigieren lassen. Wer das früh erkennt, verhindert, dass veraltete Daten später bei der Wohnungssuche oder beim Vertragsabschluss zum Problem werden.
So beantragst du deine kostenlose Selbstauskunft:
- Gehe auf die
offizielle Website der SCHUFA
- Wähle die „Datenkopie nach Art. 15 DSGVO" (kostenlos, einmal jährlich)
- Legitimiere dich mit deinen Personalien
- Prüfe die gespeicherten Einträge auf Richtigkeit
- Lass fehlerhafte Einträge schriftlich korrigieren
In welchen Situationen brauche ich als Student eine gute Bonität?
Dein Score beeinflusst mehr Alltagssituationen, als du vielleicht denkst:
- Wohnungssuche & WG: Viele Vermieter fordern eine SCHUFA-Auskunft – besonders in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Eine gute Bonität kann den Ausschlag geben, ob du den Mietvertrag bekommst oder nicht. Wer als Bürge für eine WG einspringen möchte, ist ebenfalls betroffen.
- Handyvertrag: Mobilfunkanbieter prüfen vor einem 24-Monats-Vertrag regelmäßig deinen Score.
- Studienkredit oder Dispokredit: Auch beim Studienkredit oder bei der Beantragung eines Dispokredits kann die Bonität eine Rolle spielen.
- Ratenkäufe & Finanzierungen: Ob Laptop, Möbel oder Fahrrad auf Raten – Anbieter prüfen deine Kreditwürdigkeit.
Unser Tipp:
Nebenverdienste
wirken sich positiv auf deinen Score aus, weil sie dir
mehr Einkommen
verschaffen, was eine größere Zahlungsbereitschaft darstellt.
Was schadet dem SCHUFA-Score als Student am meisten?
Diese Fehler solltest du als Studierender unbedingt vermeiden:
- Unbezahlte oder verspätete Rechnungen – besonders wenn sie ins Mahnverfahren oder Inkasso gehen
- Zu viele BNPL-Käufe (Klarna, PayPal Later etc.), die nicht pünktlich beglichen werden
- Unnötige Kreditanfragen in kurzer Zeit
- Viele gleichzeitig aktive Konten und Kreditkarten
- Überziehen des Dispokredits dauerhaft bis an die Grenze
- Fehler in der SCHUFA-Akte, die nicht korrigiert wurden
Gut zu wissen: Viele dieser Fallstricke lassen sich mit ein bisschen Planung und Übersicht leicht vermeiden. Wer unsicher ist, wie er seinen Finanzalltag strukturieren soll, kann das gemeinsam mit einem MLP Berater angehen.
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Gut zu wissen: Viele dieser Fallstricke lassen sich mit ein bisschen Planung und Übersicht leicht vermeiden. Wer unsicher ist, wie er seinen Finanzalltag strukturieren soll, kann das
gemeinsam mit einem MLP Berater angehen.
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Warum wird Bonität in Zukunft noch wichtiger?
Mit zunehmender Digitalisierung und der Verbreitung von Open Banking und datenbasierten Entscheidungsprozessen achten immer mehr Anbieter auf Bonitätsinformationen. Schon heute verlangen Akteure auf dem Wohnungsmarkt, Mobilfunkanbieter und Finanzinstitutionen entsprechende Auskünfte – und dieser Trend dürfte sich weiter verstärken. Wer früh eine solide Bonität aufbaut, hat beim Start ins Berufsleben einen echten Vorteil: bei Wohnungssuche, Vertragsabschlüssen und langfristigen Finanzierungen.
Fazit: Früh anfangen, entspannt profitieren
Es lohnt sich, schon im Studium aktiv an der eigenen Bonität zu arbeiten. Ein guter SCHUFA-Basisscore öffnet dir Türen – bei der Wohnungssuche, beim Handyvertrag und bei späteren Finanzierungen. Die wichtigsten Hebel: pünktlich zahlen, BNPL-Dienste bewusst nutzen, Konten überschaubar halten und einmal jährlich die kostenlose Selbstauskunft prüfen. Kleine, konsequente Schritte jetzt schaffen eine stabile finanzielle Basis für alles, was nach dem Studium kommt.