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Datum
06.08.2025

Nachhaltiges Wohnen: Ideen und Konzepte

Die Ressourcen der Erde sind begrenzt – und spätestens seit globalen Klimabewegungen wie Fridays for Future und ambitionierten Zielen wie dem EU Green Deal wird weltweit das Bewusstsein für Klimaschutz geschärft. Neue Baukonzepte sollen dafür sorgen, dass ökologisches und autarkes Wohnen in grünen Städten möglich ist. Doch auch in Bestandsimmobilien können gewisse Veränderungen den ökologischen Fußabdruck eines Einzelnen verbessern.

Nachhaltiges Wohnen: Ideen und Konzepte / MLP Financify / Schlafzimmer mit Bett und Gras als nachhaltigen Teppich
(GettyImages/Boris-SV)

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Idee: Möglichst viele, "grüne" Städte entwickeln, in denen Umweltverschmutzung durch bestimmte Maßnahmen vermieden wird.
  • Innovative Baukonzepte schüren Hoffnung auf klimafreundliche Wohngebiete, in denen nachwachsende Ressourcen genutzt werden.
  • Bestandsimmobilien können außerdem von nachhaltigen Möbeln oder Sanierungen profitieren und nachhaltiger gestaltet werden.

Grüne Stadtentwicklung: Nachhaltigkeit in der Planung

Materialien schonen, auf nachwachsende Rohstoffe setzen oder in der Baubranche recyceln: Für nachhaltige Baukonzepte gibt es viele Ideen. Allesamt zielt darauf ab, die zunehmende Luftverschmutzung in Großstädten zu vermeiden und die Umwelt zu schonen. Auch weniger Müll soll produziert und auf nachhaltige Produkte zurückgegriffen werden.

Konzepte dafür gibt es reichlich. Ideen für reine Öko-Städte, zum Beispiel in China, oder Smart Cities in Europa, z. B. Freiburg, Kopenhagen oder Wien, werden vorgestellt. Es sind Städte, in denen Menschen ein möglichst autarkes Leben ermöglicht wird. Der Strom wird über Solarmodule erzeugt und im eigenen Gewächshaus wird Obst und Gemüse angebaut . Zudem soll in einem geringen Radius alles für das tägliche Leben bereitstehen, sodass nur kurze Wege zum Arbeitsplatz, Einkaufen oder Treffen mit Bekannten nötig sind. Dadurch sollen fast autofreie Städte entstehen, die auf einer möglichst kleinen Fläche ein umweltbewusstes Leben erlauben. Dazu gehört auch das Recycling, zum Beispiel von Plastik, das anschließend in modernen 3D-Druckern eine neue Form erhält.

Ob diese oder ähnliche Konzepte tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Doch auch weniger umfangreiche Planungen sind denkbar. So sollte zum Beispiel die Zersiedelung der Grünlandschaft durch neue Baugebiete vermieden werden. Stattdessen sind Bauten auf nicht mehr genutzten, ehemaligen Industrieflächen denkbar. Vorhandenen Raum nutzen, statt weitere Grünflächen zu besiedeln lautet die Devise.

Nachhaltig einrichten: Farben und Materialien richtig wählen

Nachhaltig wohnen und leben – das geht auch in alten Gebäuden, die mit wenigen Baumaßnahmen modernisiert werden. Auch hier können je nach Bau und Lage Solarmodule dem Dach zugefügt oder eine nachhaltige Heizmethode gewählt werden. Moderne Haustechnik, die im Zuge einer Sanierung eingebaut wird, sorgt außerdem für eine Stromersparnis .

Wer Lust auf eine neue Umgebung hat, kann mit umweltfreundlichen Farben ganz ohne großen Aufwand für frischen Wind sorgen. Auch recycelte Tapeten ohne Weichmacher sind gut für eine Veränderung geeignet.

Worauf du beim Kauf nachhaltiger Möbel achten solltest

Für ein nachhaltiges Wohnen sollte von Anfang an auf qualitätsstarke Möbel gesetzt werden. Das können maßgefertigte Produkte vom Schreiner sein, aber auch Antikmöbel mit Geschichte vom Flohmarkt. Es ist besser, nach und nach hochwertige Stücke zu erwerben als in einem Rutsch auf „Billig-Qualität“ zu setzen. Hier bewahrheitet sich oft der Spruch "Wer günstig kauft, kauft zweimal" – und mehr Abfallprodukte entstehen.

Wenn neue Möbel einziehen sollen, hilft auch ein Blick auf das Material:

  • Tropische Hölzer, die aufgrund ihres Fertigungsortes in Übersee einen langen Transportweg mit sich bringen, sind ungeeignet – die CO2-Bilanz ist hier von vorneherein schlecht.
  • Stattdessen punkten heimische Produkte, die idealerweise mit dem FSC-Siegel ausgestattet sind. Dieses steht für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft.

Smart Home: Energieeffizienz durch intelligente Technik

Moderne Smart-Home-Lösungen sind ein wichtiger Baustein für nachhaltiges Wohnen heutzutage. Durch automatisierte Steuerung von Licht, Heizung, Rollläden oder Haushaltsgeräten lassen sich Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß deutlich reduzieren. So verhindern smarte Thermostate beispielsweise unnötiges Heizen, wenn niemand zu Hause ist, oder dimmbare LED-Lampen passen sich automatisch dem Tageslicht an. Bewegungsmelder, Zeitschaltpläne oder Präsenzsensoren sorgen zusätzlich für Effizienz und Komfort.

Besonders praktisch: Viele Smart-Home-Systeme lassen sich nachträglich in Bestandsgebäuden integrieren. Auch Mieter:innen können beispielsweise mit smarten Steckdosen, WLAN-basierten Leuchten oder intelligenten Heizkörperthermostaten schnell und unkompliziert Energie sparen – ganz ohne aufwendige Baumaßnahmen.

Energetisch sanieren: Nachhaltigkeit im Altbau

Nicht nur Neubauten können grün sein – auch Altbauten haben großes Nachhaltigkeitspotenzial. Eine energetische Sanierung trägt dazu bei, den Energiebedarf zu senken und den Wohnkomfort zu erhöhen. Bereits einfache Maßnahmen wie der Austausch von Fenstern oder die Dämmung von Dach und Fassade können den Wärmeverlust deutlich reduzieren und langfristig Kosten sparen.

Darüber hinaus bieten staatliche Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) finanzielle Anreize für nachhaltige Sanierungsvorhaben. Auch der Umstieg auf erneuerbare Energien – etwa durch Wärmepumpen oder Photovoltaik-Anlagen – wird weiterhin gefördert.

Neben der Haustechnik solltest du auch über den Einsatz umweltfreundlicher Baumaterialien nachdenken: Lehmputz, Holzfaserplatten oder Dämmstoffe aus Hanf und Zellulose punkten nicht nur ökologisch, sondern sorgen auch für ein gesundes Raumklima.

Fazit: Nachhaltigkeit im Fokus des modernen Wohnens

Zwar steckt nachhaltiges Bauen und Wohnen in vielen Bereichen noch in den Anfängen, doch bereits kleine Veränderungen im Alltag – etwa beim Energieverbrauch, bei der Materialwahl oder der Wohnraumnutzung – können die persönliche CO₂-Bilanz deutlich verbessern. Zukunftsorientiertes Wohnen setzt zunehmend auf umweltfreundliche Konzepte, smarte Technologien und bewusstes Verhalten. Wer heute nachhaltig plant und wohnt, leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine klimafreundlichere Zukunft.

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