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Freiwilligendienste: Zeit, das Richtige zu tun

Bundesfreiwilligendienst (BFD), Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bieten vielfältige Möglichkeiten für soziales Engagement. Hier erfährst du, wie diese Angebote funktionieren und wie du die passende Stelle findest.

Für Schnellleser

  • Freiwilligendienste bieten vielfältige Möglichkeiten für soziales Engagement
  • Angeboten werden sie vom Bund (Bundesfreiwilligendienst, BFD), oder anerkannten Trägerorganisationen (Freiwilliges Soziales Jahr, FSJ und Freiwilliges Ökologisches Jahr, FÖJ)
  • Üblicherweise dauert ein Einsatz ein Jahr
  • Die Tätigkeit ist unentgeltlich, aber es gibt Taschengeld und weitere Leistungen
  • Während deiner Einsatzzeit bist du über den Träger sozialversichert
  • Freiwilligendienste können dir helfen, andere Lebensbereiche kennenzulernen und deine Bereitschaft zum sozialen Engagement zu dokumentieren
  • Auch ein Einsatz im Ausland ist möglich

Das Abitur ist nach zwölf oder 13 Jahren geschafft, das Studium nach rund drei Jahren absolviert und schon geht es für die meisten ab in den Beruf. Wenn du diese eingefahrenen Karrierewege wenigsten mal für eine zeitlang verlassen möchtest, sind Freiwilligendienste für dich eine lohnende Option. Bundesfreiwilligendienst (BFD), Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bieten dir vielfältige Möglichkeiten für anerkanntes, soziales Engagement. Mit dem Internationalen Jugendfreiwilligendienst und anderen Organisationen ist sogar ein Einsatz im Ausland möglich.

So kannst du helfen und lernst gleichzeitig das Leben außerhalb deines eigenen sozialen Umfeldes kennen. Du sammelst Erfahrungen in anderen Berufen, erweiterst deine soziale Kompetenz und etwas Geld bekommst du auch noch. Auf diese Weise kannst du sinnvoll Wartezeiten überbrücken und gleichzeitig deine Bereitschaft zum sozialen Engagement dokumentieren. Rund 100.000 Frauen und Männer leisten nach Angaben des Bundesfamilienministeriums derzeit diesen Dienst.

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es?

Ein Einsatz ist fast überall dort möglich, wo es gemeinwohlorientierte Tätigkeiten gibt. Eine ordentliche Einarbeitung, Seminare und fachliche Betreuung sind gesetzlich vorgeschrieben und schon kann es losgehen: Beispielsweise kannst du dich in einem Kinderhort, einer Altenpflegeeinrichtung oder der Obdachlosenhilfe sozial engagieren. In einem Forstamt oder einer Vogelschutzwarte bist du für die Umwelt aktiv und ganz aktuell werden auch viele Stellen im Bereich der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund angeboten. Darüberhinaus stehen dir die Bereiche Sport, Kultur und Bildung offen. Du kannst dich ganz nach deinen Interessen und Stärken einbringen.

Wichtig: Du solltest nicht blauäugig in die nächstbeste Stelle stolpern. Erkundige dich vorher über das Anforderungsprofil. Denn nicht jede Art der Tätigkeit ist für jeden gleich gut geeignet.

Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen z.B. brauchst du Sensibilität und gute Nerven. Eine besondere Anforderung für Freiwillige im sozialen Bereich ist auch die Bewältigung von Grenzerfahrungen wie Krankheit, Demenz, Sterben und Tod. Hier können belastende Erfahrungen auf dich zukommen, darüber solltest du dir vorher im Klaren sein.

Wie komme ich an eine Stelle?

Das FSJ und das FÖJ stehen dir bis zu deinem 27. Lebensjahr offen, hier gibt es verschiedene Trägerorganisationen, die ihre jeweiligen Einsatzstellen vergeben. Beim BFD ist der Bund der Träger, er ist für Menschen aller Altersgruppen geeignet. Die Tätigkeiten können, müssen sich aber nicht unbedingt unterscheiden. Der Einsatz dauert in der Regel ein Jahr, mindestens jedoch sechs und höchsten 18 Monate und kann unter bestimmten Voraussetzungen auf 24 Monate verlängert werden. Normalerweise werden die Stellen ab August oder September besetzt, manche Träger bieten mittlerweile auch Einstiegsmöglichkeiten das ganze Jahr über an.

Dein freiwilliges Engagement beginnt normalerweise mit dem Engagement bei der Suche nach der geeigneten Einsatzstelle. Hier ist Recherche gefordert, denn eine zentrale Anlaufstelle für alle Freiwilligendienste in Deutschland gibt es nicht, deshalb solltest du vor der Bewerbung schon eine grobe Vorstellung davon haben, was du gerne machen möchtest. Typische Träger sind: Wohlfahrtsverbände, Kommunen, Kirchen, Sportvereine und Naturschutzorganisationen, dort gibt es oft auch Beratungsstellen.

Freie Einsatzplätze im BFD findest du in der deutschlandweiten Einsatzsuche. Dort kannst du einfach nach Einsatzbereich und Ort suchen und du findest dann die Anbieter mit der Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Über die Einsatzstellen im FSJ/FÖJ informieren die Träger und ihre Zentralstellen.

Zusätzlich bietet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben Unterstützung durch Berater vor Ort.

Hast du Einsatzart und Ort grob festgelegt solltest du Kontakt zu einem Träger aufnehmen und dich an eine konkrete Einsatzstelle vermitteln lassen. Ein erstes Gespräch oder eine Hospitanz können dir dann helfen, herauszufinden, ob sich die angedachte Tätigkeit wirklich für dich eignet. Dabei erfährst du auch mehr über die Anforderungen an eine Bewerbung und über die einzuhaltenden Fristen, die jeweils unterschiedlich seien können. Wichtig ist, dass du begründen kannst, warum du dich gerne engagieren möchtest.Oft gibt es mehr Bewerber als freie Plätze, „aber wer sich nicht zu eng festlegt, wird sicher einen geeigneten Platz finden“, meint Martin Schulze vom Bundestutorat Evangelische Freiwilligendienste für junge Menschen

Welche Leistungen bekomme ich?

Grundsätzlich gelten freiwillige Dienste als unentgeltliches Engagement. Als Freiwilliger erhältst du aber ein Taschengeld und du bist grundsätzlich sozialversichert, d.h. alle Beiträge für deine Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung werden von den Trägern übernommen. Die Zeit des Dienstes wird bei deiner Altersvorsorge angerechnet.

Weitere Leistungen richten sich nach der Art deines Einsatzes, hier solltest du dich vorher erkundigen. Denn für die Höhe des Taschengeldes (max. 372 Euro pro Monat) und weitere Leistungen gibt es keine allgemeinen Regeln. Beispielsweise kannst du zusätzlich Unterkunft, Arbeitskleidung, Fahrtkosten oder Verpflegung von deiner Dienststelle bekommen oder entsprechende Zuschüsse. Außerdem hast du einen Anspruch auf Urlaub und ein qualifiziertes Zeugnis über den Zeitraum deines Engagements, die Art deiner Tätigkeiten und deine Leistungen. Das Gesamtpaket aus (finanzieller) Unterstützung und Aufgabe muss stimmen, es hilft dir nichts, nur aufs Geld zu schauen.

Bevor du dich in das Abenteuer einer freiwilligen Tätigkeit stürzt, solltest du dir unbedingt einen Finanzplan mit deinen laufenden Einnahmen und Ausgaben machen und dir die Frage stellen, ob du mit deinem Geld auskommst oder ob du weitere Unterstützung benötigst, beispielsweise über deine Eltern.

Wie komme ich ins Ausland?

Der Internationale Jungendfreiwilligendienst (IJFD) bietet dir sogar die Möglichkeit, dich im Ausland zu engagieren. Der Einsatz dort findet meist im sozialen oder ökologischen Bereich statt: Ob in der Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche in Kambodscha oder der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen in Israel: Das Spektrum der Tätigkeiten ist so vielfältig wie unsere Welt. Genaues erfährst du auch hier bei den Trägern.

Du musst jedoch beachten, dass für einen Einsatz im Ausland mehr Vorbereitung und ein längerer Vorlauf erforderlich ist. Du solltest mit einer Bewerbung nicht zu lange warten und dich ca. ein Jahr vor der geplanten Abreise um alles kümmern. In der Regel finden Seminare zur Vor- und Nachbereitung statt. Sprachkenntnisse sind meist eine zusätzliche Voraussetzung.

Weitere Möglichkeiten für einen freiwilligen Dienst im Ausland sind zum Beispiel:

Anderer Dienst im Ausland (AdiA) . Hierbei geht es um „Versöhnungsarbeit“. Entstanden aus dem Gedanken der Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg, früher als Ergänzung zum Wehr- bzw. Zivildienst.

Europäischer Freiwilligendienst . Teil des EU-Programms „Erasmus + Jungend in Aktion“, richtet sich an jungen Menschen im Alter zwischen 17 und 30 Jahren.

Kulturweit . Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission für Tätigkeiten im Kultur- und Bildungsbereich im Ausland.

weltwärts . Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, die sich mit finanzieller Unterstützung für sechs bis 24 Monate ehrenamtlich in Entwicklungs- und Schwellenländen engagieren möchten.