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Datum
23.06.2021

Foodsharing: Teilen statt Tonne – So werden Lebensmittel gerettet

Beim Foodsharing werden übrig gebliebene Lebensmittel geteilt und nicht weggeworfen. Neben weniger Verschwendung und Abfällen als eine der positiven Auswirkungen des Foodsharings profitieren gerade Personen mit geringerem Einkommen von den kostengünstigen oder sogar kostenlos abgegebenen Produkten. Und das Beste: Alle können mitmachen!

Foodsharing
(GettyImages/Solskin)

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegen Verschwendung: Foodsharing gibt übrig gebliebenen Lebensmitteln eine Chance.
  • Sowohl Privatpersonen als auch Supermärkte können Foodsharer werden.
  • Foodsharing und Foodsaving sind zwei unterschiedliche Maßnahmen zur Lebensmittelrettung.
  • Bedürftige Menschen erhalten durch Foodsharing kostenfreie oder günstige Speisen.
  • Durch "Fair-Teiler", Essenskörbe und Apps kann sich jeder einbringen.

Was ist Foodsharing?

Wer kennt es nicht: Der Kühlschrank ist voll, doch viele frische Lebensmittel verderben schnell. Manchmal ist es nicht möglich, alles rechtzeitig zu verwerten. Bevor die Lebensmittel in der Tonne landen, könnte Foodsharing die Lösung sein.

Beim Foodsharing teilen Menschen ihre überschüssigen Lebensmittel mit anderen. Bereits 2012 reifte die Idee in Berlin heran. Die Maßnahme kann sowohl von Privatpersonen als auch von öffentlichen Einrichtungen betrieben werden. Dazu gehören in erster Linie:

  • Supermärkte
  • Restaurants
  • Mensen und Cafeterien
  • Hotels mit Verpflegung
  • Bäckereien
  • Konditoreien

Selbst dann, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits leicht überschritten wurde oder Umverpackungen von Lebensmitteln beschädigt sind, eignen sich die Produkte noch oft zum Verzehr. Durch Foodsharing werden sie vor der Mülltonne bewahrt und entweder kostenlos abgegeben oder zu einem Schnäppchenpreis zum Verkauf angeboten. Letzteres betrifft oftmals Supermärkte und Bäckereien kurz vor der Schließung – wenn etwa Backwaren oder Obst und Gemüse übrig geblieben sind, die am Folgetag weniger attraktiv erscheinen.

Foodsharing vs. Foodsaving
Der Gedanke des Foodsharings unterscheidet sich vom Foodsaving, bei dem Helfende noch einen Schritt weiter gehen. Foodsaver holen überschüssiges, beispielsweise auch zu viel bestelltes, Essen direkt bei Supermärkten und Restaurants ab und verteilen es anschließend zum Beispiel an örtliche Tafeln.

Gründe für Foodsharing

Schätzungsweise landen unglaubliche elf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich in Deutschland im Abfall. Was nicht verkauft wird oder das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, kommt weg – obwohl es sich um noch immer genießbare Lebensmittel handelt. Durch Foodsharing kann die Masse an Weggeworfenem vermindert werden.

Jeder kann übrig gebliebene Lebensmittel durch Foodsharing weitergeben, Gutes tun und durch dieses Engagement eine neue Leidenschaft im Leben finden. Hinzu kommt der Vorteil auf der anderen Seite: Menschen, denen es finanziell nicht so gut geht, erhalten kostenloses oder sehr günstiges Essen.

Wie funktioniert das Prinzip?

Foodsharing für Privatpersonen ist bequem und flexibel über Online-Plattformen möglich. Über einen Account bei foodsharing.de können sogenannte "Essenskörbe" virtuell hinterlegt und unter Angabe des Ortes angeboten werden. Das Essen wird auf dieser Plattform generell kostenlos abgegeben. Interessierte können die Körbe nach Absprache abholen. Dafür wird eine Adresse oder Telefonnummer beigefügt.

In einigen Städten gibt es außerdem die so genannten "Fair-Teiler". Das sind bestimmte Standorte, etwa in Geschäften oder Universitätsräumen, die über Kühlschränke und Regale verfügen und von Foodsavern organisiert werden. Dort dürfen alle Lebensmittel hinbringen oder auch abholen. Über Mailing-Listen werden Interessierte darüber auf dem Laufenden gehalten, wie viele Produkte verfügbar sind. Die Vorteile: Die Abgabe ist anonym und kann auch bei Bedarf sehr spontan erfolgen.

Supermärkte bieten überschüssige Lebensmittel manchmal nach dem Prinzip "Ausverkauf" an. Dann gibt es zum Beispiel das Brot vom Vortag günstiger. Alternativ holen Foodsaver übrig gebliebene Produkte ab und bringen sie kostenfrei zu Tafeln und ähnlichen Einrichtungen.

Foodsharing aktiv unterstützen

Die Registrierung auf foodsharing.de ist ein erster Schritt, um selbst aktiv zu werden. Außerdem kommen Apps wie OLIO oder Too Good To Go in Frage. Erstere fokussiert sich auf die Nachbarschaftshilfe und bringt zum Beispiel Obsterträge aus dem eigenen Garten an den Mann oder die Frau. Zweitere ist eher auf Supermärkte und deren Überschuss ausgerichtet. Hier erfahren Interessierte, wo es kostengünstige oder kostenfreie Lebensmittel gibt, die zu schade für die Tonne sind.

Gibt es in der eigenen Region noch keine Möglichkeit zum Foodsharing, können sich Engagierte auch zu einer Gruppe zusammenschließen und so selbst aktiv werden. Immerhin ist dann untereinander die Abgabe von nicht benötigten Lebensmitteln möglich.

Fazit: Foodsharing hat einen positiven Impact

Wenn wieder mal versehentlich zu viel eingekauft wurde, kann Foodsharing die sinnvolle Alternative zum Abfalleimer sein. In vielen Städten gibt es bereits Fair-Teiler und virtuelle Essenskörbe. Zudem können sich Interessierte auch auf nachbarschaftlicher Ebene engagieren. Durch Foodsharing wird nicht nur Müll gespart, sondern es erhalten auch bedürftige Personen kostenfrei gutes Essen. Es gibt lediglich eine Regel für erfolgreiches Foodsharing: Immer nur das abgeben, was man selbst auch noch essen würde!

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