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Tübingen

Inhalt

Wie du deine Abschlussarbeit gut vermarktest

Teil 2: Dienstleister

In Teil 1 hast du erfahren, welche Möglichkeiten dir zur Vermarktung deiner wissenschaftlichen Arbeiten grundsätzlich zur Verfügung stehen. In Teil 2 geht es um die Verwertung mit Hilfe von Dienstleistern.

Abschlussarbeit vermarkten

  • Mit einer guten Arbeit lässt sich gutes Geld verdienen.
  • Unternehmen bezahlen dich zum Teil ganz ordentlich, wenn du deine Abschlussarbeit in ihrem Haus schreibst. Das Ganze hat allerdings Vor- und Nachteile.
  • Du kannst deine Texte und Forschungsergebnisse auch Unternehmen, Verbänden und Institutionen zum Kauf anbieten. Das ist auch ein guter Türöffner für Jobgespräche und ein Start zum Aufbau eines Netzwerkes.
  • Von Hausarbeiten bis zur Dissertation lässt sich mittlerweile alles leicht übers Internet publizieren und verkaufen – in Eigenregie oder über Dienstleister.
  • Reichtümer lassen sich damit kaum verdienen, aber der eine oder andere Euro schon.
  • Wenn du deine Werke gratis zur Verfügung stellst, erreichst du möglicherweise mehr Leser.
  • Wichtig: Beim Publizieren immer aufs richtige Umfeld achten, sonst versaust du dir deinen Ruf als Wissenschaftler und Experte für ein Thema. Das macht dann auch das beste Honorar nicht wett.
  • Als Autor veröffentlichter wissenschaftlicher Texte kannst du Tantiemen über die VG Wort beziehen.

Publizieren lassen

Die meisten Wissenschaftler, die etwas publizieren (und verkaufen) möchten, schlagen den Weg über einen Dienstleister oder Verlag ein. Je nach Anbieter lektoriert dieser dein Werk, versieht es mit einer ISBN oder einer pdf-ISBN, verschlagwortet und katalogisiert es, führt es dauerhaft im eigenen Themenkatalog auf, bringt es bei Amazon & Co unter, so dass es rund um den Globus gefunden und bestellt werden kann, macht Werbung, wickelt die Bestellungen ab und überweist – nachdem er Kosten und sein eigenes Scherflein abgezwackt hat – das Honorar. Im Gegenzug trittst du die Vermarktungsrechte für dein Werk in unterschiedlich großem Umfang ab. Du darfst dann während der Laufzeit deinen Text nicht billiger anbieten oder selbst bei Amazon, Ebay & Co vermarkten. Deshalb checke vor dem Hochladen unbedingt, was dir der Autorenvertrag bietet und ob er zu deinen weiteren Verwertungs-Plänen passt.

Tipp: Damit deine Arbeit auch weltweit gefunden wird, sollte der Verlag oder Dienstleister international archivieren. Du selbst kannst mithelfen, indem du deinen Beitrag für die Websuche optimierst.

Eher kleine als große Reichtümer

Als Autor erhältst du entweder ein Pauschalhonorar pro Publikation oder wirst an den Umsätzen beteiligt.

Ein Rechenbeispiel: Der Online-Verlag Grin zahlt zum Beispiel zehn Euro pro Text oder beteiligt dich mit zehn bis 40 Prozent an den Verkäufen deiner Abschlussarbeit oder einem Fachbuch. Laut eigener Werbung verkaufte Grin 2014 jeden Text im Schnitt vier Mal (20 Prozent der Texte allerdings auch gar nicht). Angenommen deine Bachelorarbeit geht für 40 Euro netto vier Mal über den Tisch. Bei 40 Prozent Beteiligung sind das für dich 64 Euro pro Jahr. Steinreich wirst du mit dem Veröffentlichen deiner Arbeiten in der Regel also nicht – auch wenn manche Verlage gerne mehr versprechen.

Selbst wenn deine Doktorarbeit in Fachkreisen unglaublich populär werden sollte – was auf die wenigsten zutrifft – reden wir hier eher über drei- als über vierstellige Honorare. Mit deiner Bachelor- oder Masterarbeiten wirst du vielleicht gelegentlich ein schönes Abendessen finanzieren können. Immerhin besser als gar nichts.

Für die Print- oder Online-Veröffentlichung deiner wissenschaftlichen Texte kannst du außerdem Tantiemen über die VG Wort beziehen. Dafür musst du dort kostenlos Mitglied werden und regelmäßig deine Publikationen melden.

Klasse versus Masse

Die Doktorarbeit bei einem für dein Themengebiet renommierten Traditionsverlag zu publizieren, ist das Optimum, um als Wissenschaftler in den „richtigen“ Kreisen sichtbar zu werden. Andererseits kommen dort nur 1A-Arbeiten unter, und du musst die Druckkosten meist selbst zahlen. Einen Knaller in Sachen Renommee würdest du auch landen, wenn du deine Arbeit in einem angesehenen wissenschaftlichen Journal unterbringen könntest. Weil du deine Forschung dafür aber stark eindampfen und zuspitzen musst, bedeutet so eine Publikation viel zusätzliche Arbeit. Ein Gutachter checkt zudem die Qualität und Relevanz deines Textes und deiner Forschung. Nur die wenigsten Doktorarbeiten schaffen es in so ein Blatt, von Bachelor- und Masterarbeiten ganz zu schweigen.

Deshalb sind bei Studierenden und Absolventen in den letzten Jahren Verlage (oder besser Veröffentlichungsplattformen) wie Grin , diplomarbeiten24.de , diplom.de oder examicus.de populär geworden. Hier kannst du so gut wie jede Textform – von der Hausarbeit bis zur Dissertation – in der Regel kostenlos veröffentlichen, als einfaches Text-pdf, eBook, Book on demand oder auch als Printversion. Dein Werk wird in einen Katalog aufgenommen, verschlagwortet und über die Webseite sowie über Kooperationspartner vermarktet und verkauft. Allerdings ist deine Arbeit hier nur eine unter sehr sehr vielen. Grin führt beispielsweise zurzeit rund 174.000 Texte, diplom.de 13.500. Auch wenn die Anbieter betonen, dass sie nur gut bis sehr gut benotete Arbeiten annehmen, kann das ganze bei dieser Masse schnell beliebig werden.

Tipp: Weil man sich gerade im Wissenschaftsbereich schnell den Ruf versauen kann, achte immer gut auf die Reputation des angepeilten Verlages oder der Plattform. Hole dir im Zweifel von deinem Professor eine Einschätzung.

Gratis publizieren kann auch nützlich sein

Alternativ zu einer kostenpflichtigen Publikation kannst du deine Arbeitsergebnisse einer größeren Öffentlichkeit auch gratis zur Verfügung stellen. Das bringt zwar kein Geld, aber du „outest“ dich in der Fachwelt als Experte für ein Thema. Das kann dir gute Kontakte für die Zukunft bescheren bisweilen sogar Jobangebote oder wertvolle Diskussionen mit anderen Wissenschaftlern. So erreichst du mit deinen Inhalten möglicherweise auch ein größeres Publikum, als wenn du Interessenten erst zum Kauf deiner Arbeit „zwingst“.

So eine Veröffentlichung kostet dich meist nichts (oder nur wenig), dafür können deine Werke im Bibliothekskatalog von anderen Studenten, Wissenschaftlern und Unternehmen gefunden werden. Du kannst deine Arbeiten zum Beispiel auf dem Publikationsserver deiner Hochschule hochladen oder bei einem Open Access-Journal einreichen. Infos zu verschiedenen Plattformen findet du beim Open Access Net oder dem Directory of Access Journals .

Genau wie bei der Publikation gegen Bares muss aber auch hier die wissenschaftliche Qualität deiner Arbeit stimmen. Nach einer Wald-und-Wiesen-Hausarbeit sucht niemand (sofern sie überhaupt zur Veröffentlichung angenommen wird), im schlimmsten Fall machst du dich damit sogar lächerlich. Deshalb solltest du deine Werke auch nicht irgendwo veröffentlichen, sondern bei einer für dein Fachgebiet relevanten und gut angesehenen Plattform.