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Digitale Heimarbeit: Nebenher schnelles Geld verdienen

Es gibt für Studierende zahlreiche Möglichkeiten, neben dem Studium Geld zu verdienen - mal mehr, mal weniger. Manche Jobs können aber nicht nur nebenher, sondern fast beiläufig erledigt werden. Und das jederzeit und von zu Hause aus: Die Rede ist von einem Job als „Clickworker“.

Für Schnellleser:

  • Heimarbeit ist ein alter Hut. Clickworker-Plattformen haben dieser Tätigkeitsform neues Leben eingehaucht.
  • Verschiedene Plattformen vermitteln auf freiberuflicher Basis Kleinaufträge, die Unternehmen aus der Wirtschaft auf diesem Weg in die „Crowd“ auslagern. Größter Anbieter hierzulande ist Clickworker.com.
  • Wenn du von zu Hause aus zu flexiblen Zeiten etwas dazu verdienen möchtest, bist du hier richtig.
  • Meist sind es einfache Tätigkeiten, manche Arbeiten dauern nur Sekunden. Aufträge können dann angenommen werden, wenn es gerade passt.
  • Der Einstieg ist leicht, die Registrierung geht schnell. Grundsätzlich erforderliche Qualifikation in Deutschland ist eine gute Sprachbeherrschung. Die Eignung wird anhand eines Eingangstests geprüft, weitere Qualifikationsanforderungen kommen gegebenenfalls hinzu.
  • Du musst dich hoch arbeiten. Zunächst ist es nur möglich, Cent-Beträge mit Informationssammlung und Datenabgleich zu verdienen. Wenn du aber mehr Zeit investierst und am Ball bleibst, kannst du zwischen fünf und zehn Euro die Stunde verdienen.
  • Hauptaufgabe sind meist Produktbeschreibungen für Online-Auftritte. Die Texte müssen recherchiert und für Suchmaschinen-optimiert werden.
  • Wer regelmäßig dort arbeitet, muss als Selbstständiger ein Gewerbe anmelden. Und nicht vergessen: Einkünfte dem Finanzamt melden!

Wer neben dem Studium regelmäßig arbeitet, kennt die Zwickmühlen, in die einen der Alltag bringen kann: Denn es wollen nicht nur Klausuren und Hausarbeiten vorbereitet werden, auch der Zeitaufwand für den Job muss eingeplant werden. Ein wesentlicher Vorteil sind da flexible Arbeitszeiten. Und die flexibelste Arbeitszeit ist die, die du selbst vor dem eigenen Rechner einteilen kannst. Gibt es nicht? Gibt es doch. Das Ganze nennt sich „Clickworker“.

Job-Steckbrief

Das Prinzip dahinter hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt und schnell verselbstständigt. Für Firmen, die große Mengen an Daten bearbeiten müssen, hat es sich als sinnvoll erwiesen, die Pakete in kleine Tranchen zu unterteilen und deren Bearbeitung über Crowdsourcing-Plattformen auszulagern. Dabei geht es etwa darum, Informationen zu bestätigen oder Adressen für Unternehmen zu recherchieren. Die Idee geht auf eine Initiative der US-Weltraumbehörde Nasa zurück, die um die Jahrtausendwende die Öffentlichkeit, die „Crowd“, dazu einlud, Krater auf dem Mars zu klassifizieren. Das gelang erfolgreich.

Unternehmen entdeckten die Möglichkeit, kleinteilige Prozesse, die die eigenen Arbeitsabläufe bremsen, außerhalb der eigenen Firma und ohne große Fixkosten bearbeiten zu lassen. Der Gesamtumfang ist dabei meist ohnehin nicht von Einzelnen zu bewältigen. Für die Bearbeiter hat es den Vorteil, dass sie zunächst viele kleine Arbeitsaufträge meist ohne Zeitdruck annehmen können. Die Fehlerkontrolle erfolgt dabei meist durch andere „Clickworker“.

Die Pioniere dieser digitalen Heimarbeit stammen aus den USA. Der Online-Versandriese Amazon startete 2005 eine Plattform für diese Form der Mikroaufträge unter dem Namen „Mechanical Turk“ ( https://www.mturk.com/mturk/welcome ). Inzwischen gibt es auch deutsche Firmen, darunter auch einige kleinere Start-Ups, die das Konzept für sich übernommen haben.

Vorreiter und Marktführer ist in Deutschland die Seite Clickworker.com . Mehr als 600.000 Mitglieder sind dort nach Firmenangaben registriert. Die Seite wirbt mit namhaften Partnern wie Daimler, Honda, PayPal oder Groupon. Kleinere Konkurrenten wie Crowdguru.de oder Workhub.de kommen immerhin auf eine Crowd von 25.000 bis 50.000 Menschen.

Das Geschäftsmodell der Clickworker setzt darauf, dass immer jemand online ist und Aufträge so zeitnah abgearbeitet werden können. Bei Clickworker.com können kleinste Jobs jederzeit angefangen und wieder zurückgegeben werden, damit andere Mitglieder an der Stelle weitermachen.

Für wen geeignet?

Wenn du als Clickworker arbeiten möchtest, solltest du dich gut organisieren können und in der Lage sein, freie Zeit für die Arbeit vor dem Computer selbständig einzuplanen. Disziplin zählt! Außerdem sollte es für dich kein Problem sein, dass du alleine vor dem Rechner sitzt und keine Kollegen hast. Die Registrierung setzt nicht viel voraus. Name, Adresse, E-Mail-Adresse und im Idealfall eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen der Auftraggeber. Als in diesem Fall selbstständiger Arbeitnehmer weißt Du zunächst deine grundsätzliche Qualifikation nach: Über einige Sprach- und Grammatiktests, Lückentexte und Multiple-Choice-Fragen, wirst du auf einem bestimmten Niveau eingestuft.

Der Test selbst sollte gewissenhaft ausgeführt werden, denn die Sprachkenntnisse entscheiden darüber, welche Aufträge später in deinem Pool auftauchen. Wer will, kann sich über einen Newsletter über neue Aufträge informieren lassen. Eine gute halbe Stunde Zeit und grundsätzliches Interesse am Schreiben solltest du mitbringen - wenn du tatsächlich einträglich als Clickworker arbeiten möchtest.

Bis deine sprachliche Eignung abschließend eingestuft wurde, geht es mit den kleinsten aller Mikrojobs los: Es geht um Datenerfassung und Informationsabgleich. Das ist nicht die aufregendste Arbeit der Welt, aber dauert auch pro Auftrag meist nur Sekunden oder Minuten.

Verdienstmöglichkeiten

Allerdings bringen die ganz kleinen Aufträge auch nur ganz kleines Geld, etwa sechs Cent pro Job. Nach fünf Minuten kommen so rund 60 Cent zusammen. Für andere Aufträge steigt die Vergütung, aber auch der Aufwand.

Clickworker selbst geht von einem durchschnittlichen Stundenlohn von 9,50 Euro aus. Externe Schätzungen sprechen von Beträgen zwischen fünf und zehn Euro die Stunde. Und tatsächlich trudeln bei entsprechender Qualifikation und Geduld lukrativere Angebote ein. Hierbei geht es meist um die Erstellung von sogenanntem Unique Content, etwa Produktbeschreibungen für Online Shops. Diese Aufträge funktionieren mit genauen Vorgaben. Immer wieder im Mittelpunkt: Die Verschlagwortung, also die Wiederholung bestimmter Schlüsselbegriffe, damit die Produktseite bei Google gut gefunden wird.

Damit steigt natürlich auch der Aufwand, schließlich sollen die Texte durchweg korrekt sein. Wenn du zusätzliche Sprachqualifikationen ablegst, kannst du dich zum Beispiel auch an Übersetzungen versuchen. Das alles sind Arbeiten, mit denen du verhältnismäßig schnell und flexibel Geld verdienen kannst. Es sind aber auch Tätigkeiten, die als Auftragsarbeiten in einem anderen Rahmen (etwa in einem Übersetzungsbüro) deutlich besser bezahlt werden können.

Vereinbarkeit mit dem Studium

Durch die hohe Flexibilität in der Arbeitseinteilung ist der Job sehr gut mit dem Studium zu vereinbaren. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kannst du an deinen Projekten arbeiten und jederzeit wieder abbrechen – anders als bei den meisten anderen Jobs gibt es keine festen Dienstzeiten. Wenn Prüfungen anstehen, machst du einfach weniger und in ruhigen Zeiten des Studiums mehr, auch hier schreibt dir kein Dienstplan die Anwesenheit in der Firma vor.

Karrierechancen

Als Clickworker kannst du zwar eine Art Karriere innerhalb der Plattform machen – du bekommst dann die besseren Jobs. Allerdings eröffnet dir dieser Job wenig Aufstiegschancen im Berufsleben nach dem Studium. Die Erfahrungen, die du dort sammelst, lassen sich kaum auf andere Bereiche übertragen. Clickworker sind digitale Fließbandarbeiter, ohne große Eigenverantwortung und Entwicklungsmöglichkeiten.

Funfactor / Flirtfactor

Auch hier hat das Clickworken wenig zu bieten. Da man alleine am Computer sitzt, werden sich kaum potentielle Flirtpartner finden, die man während der Arbeit kennenlernen kann – es sei denn, man ist parallel auf einer Dating-Plattform unterwegs. Der Job ist wenig kommunikativ und daher hält sich auch der Spaß an der Arbeit in Grenzen, hier geht es um das Abarbeiten von Jobs – möglichst effizient und fehlerfrei.

Formalitäten

Die Vergütung erfolgt über hinterlegte Bankdaten oder ein entsprechendes PayPal-Konto. Ausgezahlt wird wöchentlich oder monatlich, ab einem Guthaben von zehn Euro. Das Grundeinkommen sichert diese Art von Job natürlich nicht, dafür ist die Arbeit aber auch nicht angelegt. Es ist ein Zusatzverdienst, der sich schnell erledigen lässt.

Als Clickworker musst Du aber auch einige Formalitäten beachten. So muss dein Einkommen dort natürlich dem Finanzamt gemeldet werden, also auf jeden Fall in deiner Steuererklärung aufgeführt werden. Hierzu bietet zumindest Clickworker.com die Möglichkeit, Rechnungen mit oder ohne Umsatzsteuer und Steuernummer auszustellen, je nachdem wie du selbst deinen Status definierst.

Denn wenn Du beginnest, regelmäßig Geld zu verdienen, bist du in den Augen des Finanzamtes ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer und trittst als solcher gegenüber der Plattform auf. Dann musst Du bei deiner Gemeinde für rund 20 Euro ein Gewerbe anmelden. In den meisten Fällen wirst du dann als Kleinunternehmer zwar weiter keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen müssen - es sei denn, du rechnest mit einem Umsatz von mehr als 17.500 Euro im Jahr ( http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html ).

Trotzdem ist es wichtig, korrekte Rechnungen auszustellen und gegenüber dem Finanzamt eine einfache Buchführung nachzuweisen. Der Vorteil für dich als Kleinunternehmer: Kosten im Zusammenhang mit deiner Tätigkeit kannst du bei deiner Steuererklärung angeben. Das Thema digitale Heimarbeit kann also insgesamt komplizierter werden, als es auf den ersten Blick aussieht. Nicht umsonst weist Clickworker.com selbst darauf hin, Details im Zweifel mit dem Steuerberater zu klären.

Fazit

Zum Clickworker muss man geboren sein. Nur wer diszipliniert und konzentriert arbeiten kann und gerne alleine vor dem Rechner sitzt, wird mit diesem Job glücklich. Vorteil: Das Einkommen lässt sich im Rahmen der möglichen Stundensätze durch erhöhten Zeiteinsatz steigern. Die Tätigkeit bietet größt mögliche Flexibilität. Allerdings steht der frei einteilbaren Arbeit unter Umständen ein erhöhter Aufwand bei der Steuererklärung gegenüber.