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Rostock

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Die Uni als Arbeitsplatz: Karriere schon im Studium machen

An der Uni nicht nur studieren, sondern auch als Aushilfe an einem Lehrstuhl arbeiten - das ist nicht nur praktisch, sondern kann auch hilfreich für die Karriere sein. Wir klären auf, was dich erwartet und was du als Student mitbringen musst, damit du im Job glänzen kannst.

Für Schnellleser:

  • Hilfskräfte haben die Chance auf persönlichen Kontakt zu Dozenten und Professoren, oft ein Vorteil bei überfüllten Unis.
  • Anders als bei anderen Aushilfstätigkeiten, kannst du dich voll in deinem Interessengebiet einbringen und lernst dazu.
  • Flexible Arbeitszeiten: Die meisten Lehrstühle nehmen auf die Stundenpläne ihrer Hilfskräfte Rücksicht.
  • Das Gehalt ist fix und verlässlich, jeden Monat weißt du, wann und wie viel Geld auf dein Konto kommt.
  • Du darfst nebenher noch weitere Nebenjobs ausüben.
  • Du übernimmst Verantwortung, der du aber auch gerecht werden musst, einfach abschalten im Job geht hier nicht.
  • Wer selbst eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebt, findet oftmals in einer Aushilfsstelle einen guten Einstieg in die Welt von Forschung und Lehre.

Job-Steckbrief

Auf Tuchfühlung mit Professoren und Dozenten kommen und wichtige Kontakte sichern - wenn das kein Grund ist, einen Nebenjob als studentische Aushilfe anzustreben!? Geld dabei verdienen ist natürlich auch noch drin und das direkt an dem Ort, an dem du auch studierst.

Ums Kopieren kommst du dabei allerdings nicht herum. Wenn dein erster Kampf mit dem Kopierer bestanden ist, wartet aber noch viel mehr auf dich: Seminar-Reader zusammenstellen, Scheine für bestandene Kurse ausgeben, Studenten Vorlesungsinhalte näher bringen oder gar Klausuren korrigieren helfen – bei all diesen Tätigkeiten suchen sich Professoren Studenten zur Unterstützung.

Im Massenuni-Deutschland ist es für die spätere Laufbahn Gold Wert, dass dich jemand an einem Lehrstuhl persönlich kennt. Besonders wenn du selbst eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebst, solltest du dich früh um einen Job an einem Lehrstuhl kümmern. So erfährst du aus nächster Nähe, ob eine Karriere an der Uni wirklich für dich geeignet ist.

Für wen geeignet

Keine Angst – es erwartet keiner von dir, von der ersten Minute an ein Profi-„Assi“ zu sein. Doch ein gewisser Grad an Selbstorganisation ist Grundvoraussetzung, um einen Job am Lehrstuhl zu meistern. Sei es als Tutor, der mit anderen Studenten in Tutorien den Vorlesungsstoff noch einmal durchgeht oder als Büro-Unterstützung am Lehrstuhl selbst: Wie du dich organisierst, um deine Aufgabe zu erfüllen, bleibt dir allein überlassen.

Tipps, wie du bei sehr spezifischen Themen recherchierst und eine Einführung in Abläufe bekommst du natürlich in der Einarbeitungszeit. Wer dich als Student einstellt, ist sich bewusst, dass du noch nicht alles kannst, vor allem, wenn du erst im zweiten oder dritten Semester bist. Doch ein generelles Gespür für Recherche und Organisation, wann was zu erledigen ist, musst du trotzdem mitbringen – oder spätestens während des Jobs entwickeln können. Auch eine schnelle Auffassungsgabe mit einer Schaufel Menschenkenntnis ist gefragt. Denn es gilt, die Verfahren im Lehrstuhl zu erkennen und zu wissen, wer wann was auf welche Art verlangt – das kann von Lehrstuhlinhaber zu Lehrstuhlinhaber sehr unterschiedlich sein.

Neben Softskills sind vor allem Noten und Leistung wichtig, um an den Job zu kommen. Es muss keine glatte Eins sein, Beteiligung und Engagement sind genauso wichtig. Wenn du schon im ersten Semester weißt, an diesem Lehrstuhl möchte ich später gerne mal arbeiten, besuche regelmäßig die Veranstaltungen und arbeite gut mit, damit punktest du bei der Bewerbung sicher mehr als mit einer gerade so bestandenen Klausur.

Verdienstmöglichkeit

Tarifvertraglich sind die Vergütungssätze für Studentische Hilfskräfte (SHK) oder Wissenschaftliche Hilfskräfte (WHK) nicht geregelt. Der Stundensatz ist aber festgesetzt und bekannt. An der Universität zu Köln zum Beispiel sind das für SHK 9 € brutto in der Stunde. WHK verdienen 11 € in der Stunde. Welcher Stundensatz an deiner Uni gilt, erfährst du in der Ausschreibung oder spätestens beim Vorstellungsgespräch. Natürlich gilt auch im Bereich der studentischen Hilfskräfte der seit dem 1. Januar 2015 geltende Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde.

Als WHK gilt, wer schon einen Bachelorabschluss vorweisen kann. Ob SHK oder WHK – wer eine Tutorentätigkeit ausübt, erhält zusätzlich zu unterrichteten Stunden auch noch einen Stundensatz für Vor- und Nachbereitungen und Beantwortung von Fragen. Die Anzahl der Stunden ist aber im Vorhinein festgelegt. Generell sind Tutorentätigkeiten natürlich eher für Studenten aus höheren Semestern gedacht, in der Regel ab dem 3. Fachsemester.

Vereinbarkeit mit dem Studium

Verständnis dafür aufbringen, dass du auch irgendwann studieren musst – wer könnte das schon besser als die Universität selbst? Datenerfassung, Recherche, Reader zusammenstellen, das kann alles vor und nach deinen Vorlesungen erledigt werden. Selbst wenn es darum geht, ein Büro während der Öffnungszeiten zu besetzen, sind die meisten Lehrstühle bemüht, den Hilfskräften so gut es geht entgegenzukommen.

Tutorien haben natürlich feste Uhrzeiten, die auch von der Raumplanung abhängen. Es gibt also durchaus Arbeitsbereiche, bei denen du deine Zeitplanung an die Gegebenheiten anpassen musst. Die wöchentliche Arbeitszeit insgesamt ist im Voraus festgelegt. Der Wermutstropfen an den so schön flexibel gehaltenen Arbeitszeiten: Die Arbeit muss gemacht werden - auch wenn das heißt, nach der anstrengenden Vorlesung in den Lehrstuhl zu müssen, während die Freunde ins Café ziehen.

Karrierechancen

Bei Dozenten und Professoren bekannt zu sein und dann am besten noch mit einem positiven Bild – das sind gute Voraussetzungen für eine wissenschaftliche Karriere. Und auch wenn du keine wissenschaftliche Karriere anstrebst oder dir noch nicht so sicher bist, kann der Hilfskraft-Job ein Gewinn für dich sein. Du kannst mit Dozenten in Kontakt treten, um persönliches Feedback zu deinen Fähigkeiten zu bekommen und dir dadurch Anregungen holen, welche Richtung für dich passend ist.

Als Hilfskraft für Recherchetätigkeiten bekommst du ein ultimatives Training für deine Abschlussarbeit. Falls du dich nach dem Abschluss dann weiter an Lehrstühlen bewerben willst, kannst du mit einem Nebenjob als Hilfskraft im Lebenslauf glänzen - mit hoffentlich einem guten Arbeitszeugnis als Trumpf im Ärmel.

Funfactor / Flirtfactor

Vielleicht fällt dir der Begriff „Spaß“ nicht gerade als erstes ein, wenn du an einen Bürojob an der Uni denkst. Doch wenn dich dein Studienfach wirklich interessiert, wird dir auch die intensive Beschäftigung mit dem Stoff im Rahmen dieser Tätigkeit Freude bereiten – von den Kopierorgien mal abgesehen.

Lehrstühle gelten dabei nicht der Flirtort per se – aber auch hier gilt: abwarten. Denn schließlich stehst du gerade bei den Tätigkeiten als studentische Hilfskraft in intensivem Austausch mit dem anderen Personal des Lehrstuhls und nicht zuletzt mit den Studentinnen und Studenten – und wer weiß, vielleicht macht dich ein Wissensvorsprung im gewählten Studienfach gerade attraktiv!?

Formalitäten

Wer mit seinen monatlichen Stunden auf weniger als 450 € kommt, ist Minijobber und abgabenfrei, sofern er einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht stellt. Ab 450 € Verdienst sind Steuern und Abgaben fällig, stufenweise mit der Höhe des Verdienstes.

Als Beschäftigter im öffentlichen Dienst werden außerdem ein Arbeitgeberanteil und ein Arbeitnehmeranteil an die Zusatzversorgungskasse abgeführt. Das ist eine zusätzliche Altersvorsorge für den öffentlichen Dienst. Die Altersvorsorge kommt aber erst ab 60 Umlagemonaten zum Tragen. Das heißt, du müsstest weit länger als ein Studium im Öffentlichen Dienst beschäftigt sein, um davon zu profitieren. Sollte das nach deiner SHK oder WHK-Stelle nie wieder der Fall sein, kannst du bei der Zusatzversorgungskasse die Rückerstattung der Arbeitnehmeranteile beantragen.

Du darfst außerdem noch weitere Jobs ausüben – pass aber auf deine wöchentliche Gesamtstundenzahl auf, sonst läufst du Gefahr, deinen Studentenstatus bei der Krankenkasse zu verlieren. Die meisten Krankenversicherungen haben Vorgaben von maximal 20 Stunden Arbeit in der Woche, nur in bestimmten Ausnahmefällen darfst du mehr arbeiten. Frage im Zweifel besser bei der Krankenversicherung nach.

Fazit

Einen Job als Hilfskraft an einem Lehrstuhl ist meist eine verantwortungs- und anspruchsvolle Tätigkeit. Es geht zwar auch hier nicht ohne monotone Routinetätigkeiten, dennoch wirst du in den Lehrbetrieb eingebunden - und das kann DIE Chance für deine Karriere sein, besonders dann, wenn du selbst eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebst. Auf jeden Fall aber lernst du dein Fachgebiet viel besser kennen als die meisten deiner Mitstudenten – was bestimmt nicht schlecht für deine Noten ist. Nicht vergessen: Neben einem kompletten Lebenslauf und einem professionellen Anschreiben gehört eine aktuelle Notenübersicht der Uni in deine Bewerbungsunterlagen.