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2016 bringt mehr Geld für Studierende

Wie immer zu Jahresbeginn, beglückt der Staat auch 2016 seine Bürger mit einer Reihe von Gesetzesänderungen. Studierende und Berufseinsteiger können diesmal davon profitieren. Worauf ihr jetzt achten solltet.

Neuerungen 2016

Für Schnellleser:

  • Eine BAföG-Reform verbessert die finanzielle Lage von Studierenden
  • Es gibt mehr Kindergeld
  • Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer wird angehoben
  • Im Bankverkehr geht nichts mehr ohne IBAN
  • Freistellungsaufträge müssen überprüft werden
  • Telefonieren und Surfen im EU-Ausland wird günstiger
  • Briefe verschicken wird teurer

Studierende können sich freuen: Sie profitieren gleich mehrfach von den in 2016 wirksam werdenden Gesetzesänderungen. Besonders beim BAföG hat der Staat ordentlich draufgelegt. Mit der aktuellen BAföG-Reform erhältst du mehr Geld auf dein Konto. Ab August 2016 bzw. dem Wintersemester 2016/17 steigen die Bedarfssätze um rund sieben Prozent auf 399 Euro für den Grundbedarf. Auch der Wohngeldzuschlag steigt auf 250 Euro (bisher: 224 Euro). Wenn du also nicht mehr bei deinen Eltern wohnst, steigt damit dein Förderhöchstsatz inkl. des Zuschlages für die Kranken- und Pflegeversicherung um rund 9,7 Prozent bis auf maximal 735 Euro.

Ebenfalls um sieben Prozent erhöhen sich die Einkommensfreibeträge deiner Eltern bei der Berechnung des BAföG. Je nach deiner persönlichen Situation kann das bedeuten, dass du mehr Geld bekommst oder erstmals mit einer Zahlung rechnen kannst. Du solltest diese Frage gemeinsam mit deinen Eltern prüfen. Hilfestellung bietet hier der BAföG Rechner .

Und es gibt noch weitere Vorteile: Minijob-Einkommen von 450 Euro monatlich werden nicht auf das BAföG angerechnet (bisher sind 400 Euro frei). Der Freibetrag für dein eigenes Vermögen wird um 2.300 Euro auf 7.500 Euro erhöht.

Und wer im Studium oder in der Schulzeit bereits Nachwuchs hat, bekommt ab August für jedes Kind 130 Euro Zuschlag für die Betreuung. Bisher sind es 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind.

Lücke zwischen Bachelor und Master überbrücken

Seit Sommer 2015 kannst du BAföG auch für die Zeit zwischen Abschluss eines Bachelors und einem anschließenden Masterstudium bekommen. Die Förderung ist nun bereits ab vorläufiger Zulassung zum Master-Studium möglich. Das verlängert deine BAföG-Förderung um bis zu zwei Monate.

Bist du schon im Beruf und willst den Master machen? Dann kannst du vorab prüfen lassen, ob und in welcher Höhe du BAföG bekommst. Du hast nun einen Anspruch auf einen Vorabentscheid.

Auch die Sätze für das Meister-BAföG steigen. Sollte das für dich in Frage kommen, erkundige dich am besten bei deinem Arbeitgeber oder der Handwerkskammer. Eine detaillierte Übersicht über alle BAföG-Sätze findest du beim Deutschen Studentenwerk .

Plus beim Kindergeld

Bist du noch unter 25 und studierst oder machst eine Ausbildung? Dann können deine Eltern Kindergeld für dich beantragen - bzw. haben das schon getan – und bekommen nun zwei Euro je Kind und Monat mehr. Damit gibt es jetzt für das erste und zweite Kind 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro und darüber hinaus für jedes weitere Kind 221 Euro monatlich. Auch der Kinderfreibetrag steigt ab Januar 2016 und zwar um 96 Euro je Kind auf 7.248 Euro.

Grundfreibetrag steigt

Der Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer soll sicherstellen, dass der Staat das Einkommen für den notwendigen Lebensunterhalt von Erwachsenen und Kindern nicht besteuert. Er steigt 2016 um 180 Euro auf 8.652 Euro für Ledige. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern ist der Grundfreibetrag doppelt so hoch. Bist du also berufstätig, bleibt dieser Betrag von deinem zu versteuernden Einkommen steuerfrei. Umgekehrt gilt: Wenn du mehr als 8.652 Euro pro Jahr einnimmst, musst du eine Steuererklärung abgeben - auch als Student.

Nichts geht mehr ohne IBAN

Wenn Auswendiglernen nicht dein Ding ist, hast du nun einen neue Möglichkeit, das zu üben. Denn ab dem 1. Februar müssen auch Privatpersonen ihre IBAN (also die internationale Kontonummer = International Bank Account Number,) nutzen. Da kann es nicht schaden, wenn du diese im Kopf hast. Die deutsche IBAN besteht aus 22 Stellen und ist zusammengesetzt aus einer Länderkennung am Anfang, einer Prüfziffer, dann folgen Bankleitzahl deiner Bank und deine Kontonummer (evtl. durch zusätzliche Nullen auf insges. 22 Stellen ergänzt). Du findest sie auf deinen Kontoauszügen oder deiner EC- bzw. Bankkarte.

Freistellungsaufträge müssen erneuert werden

Solltest du beispielsweise von deinen Großeltern ein Sparbuch zur Finanzierung deines Studiums bekommen haben, mußt du darauf achten, dass bei deiner Bank oder Bausparkasse ein Freistellungsauftrag vorliegt. Seit Beginn dieses Jahres sind diese nur noch gültig, wenn die Steueridentifikationsnummern (Steuer-IdNr) darauf vermerkt ist, was bei älteren Formularen oft nicht der Fall ist. Fehlt diese Angabe, führt deine Bank die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer automatisch ans Finanzamt ab. Pech für dich: Mit gültigem Freistellungsauftrag wären Zinserträge, Dividenden und Veräußerungsgewinne bis 801 Euro jährlich steuerfrei. Zuviel gezahlte Steuern kannst du dann erst über die Lohnsteuererklärung zurückfordern. Tipp: In der Regel steht die IdNr. im Einkommensteuerbescheid, auf der Lohnsteuerbescheinigung oder im Informationsschreiben des Finanzamtes.

Telefonieren und Surfen im EU-Ausland wird günstiger

Auslandssemester sind heute beinahe Standard. Und wer im Ausland studiert, möchte meist Kontakt zur Heimat halten. Bislang war dabei Telefonieren mit dem Handy die teuerste Möglichkeit und auch der mobile Datentraffic ging ordentlich ins Geld. Wenigstens für das EU-Ausland ändert sich das nun: Zum 30. April 2016 wird Surfen und Telefonieren spürbar günstiger und 2017 sollen die so genannten Roaming-Aufschläge in der EU sogar ganz entfallen.

Telefonate nach Deutschland dürfen ab April netto nur noch 5 Cent pro Minute Aufschlag kosten. Beim Surfen dürfen die Anbieter ebenfalls nur noch 5 Cent mehr verlangen (je MB Datenvolumen) und pro SMS sind es maximal 2 Cent mehr. Grundsätzlich solltest du aber immer die Angebote verschiedener Provider vergleichen, bevor du ins Ausland gehst, denn manche bieten besondere Auslandpakete, mit denen du dann noch günstiger unterwegs bist.

Briefe verschicken wird teurer

Während dir der Staat an einigen Stellen großzügig mehr Geld zugesteht, mußt du bei der Post seit dem 01.01.2016 wieder mal mehr draufkleben. Das Porto für Standardbriefe wurde von 62 auf 70 Cent erhöht. Die alten 62er-Marken behalten aber ihre Gültigkeit, mit den neuen 8-Cent-Ergänzungsmarken lassen sich diese aufrunden. Auch bei vielen anderen Produkten der Post wird es teurer. Informiere dich besser vorher - am Schalter oder im Netz - was deine Sendung genau kostet, denn nichts ist ärgerlicher als ein wichtiges Schreiben an deine Uni wegen zu geringem Porto zurückzubekommen und dadurch beispielsweise eine Frist zu verpassen.