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Stipendium: Die Finanzspritze für dein Studium

Studieren geht ins Geld aber Stipendien können dir bei der Finanzierung helfen. Hier ein paar Tipps, wie du dir ein Stipendium an Land ziehst.

Für Schnellleser:

  • Mit Stipendien kannst du zumindest einen Teil deines Studiums finanzieren
  • Es gibt tausende von Stiftungen, bei denen du dich um Förderung bewerben kannst
  • Vielen Geldgebern sind vor allem gute Noten wichtig. Aber es gibt Organisationen, die nach anderen Kriterien wie zum Beispiel Engagement auswählen
  • Die größte Herausforderung: Aus der Menge der möglichen Stiftungen die herausfinden, die am besten zu dir passt. Denn da hast du die besten Chancen
  • Du hast drei Typen von Geldgebern zur Wahl: Staatliche Stiftungen, Deutschlandstipendium, private Stiftungen/Unternehmen
  • Auch MLP vergibt Stipendien, für (inter)nationale Praktika, MINTler und angehende Mediziner
  • Bei kleinen Stiftungen hast du oft bessere Chancen als bei großen. Die Konkurrenz ist kleiner. Bewerbungen sind formloser. Es wird nicht nur auf Noten geschaut
  • Sachförderungen wie der Zugang zu Netzwerken, Büchergutscheine oder Reisebudgets können genauso nützlich sein wie Geldtöpfe

Wenn du nicht gerade Bafög bekommst oder dir deine Eltern fleißig unter die Arme greifen, musst du dir in Sachen Finanzen etwas anderes einfallen lassen: Neben dem Studium jobben, wie es viele machen – oder ein Stipendium auftun.

Einen Stipendiengeber davon zu überzeugen, dass du eine Förderung verdient hast, ist vom Schwierigkeitsgrad her in etwa so, wie ein gutes Praktikum aufzutreiben. Schließlich geht es auch hier darum, deine Qualitäten überzeugend rüberzubringen und für dich zu werben. Es erfordert ein bisschen Ausdauer und eine gute Vorbereitung – aber es ist längst nicht nur eine Sache für Einsen-Schreiber und andere Überflieger, wie häufig angenommen wird. Es wäre daher falsch, es nicht wenigstens einmal zu versuchen.

Note ist nicht alles

Bei der Vergabe zählen zwar häufig die (guten) Noten, aber eben auch nicht nur. Die Macher der Stipendiendatenbank Mystipendium haben vor ein paar Jahren ermittelt, dass es bei immerhin rund 40 Prozent der Stipendiengeber nicht in erster Linie um Leistung geht. Dort bestimmen andere Kriterien die Entscheidung mit: gesellschaftliches Engagement, Bedürftigkeit, Herkunft, Nationalität, Studienfach, Geburts- oder Studienort und, und, und …

Laut dem Bundesverband deutscher Stiftungen gibt es derzeit rund 2.400 Stiftungen, die sich das Thema Bildung und Erziehung auf die Fahne geschrieben haben. Viele davon vergeben Stipendien, manche sogar gleich verschiedene Typen, so dass es unterm Strich einige Tausend verschiedene Arten von Finanzspritzen gibt, um die du dich – zumindest theoretisch – bemühen kannst. Wenn du nur akribisch genug suchst, wirst du Förderer für so ziemlich jede denkbare Zielgruppen finden.

Insbesondere die privaten Stifter sind frei in der Schwerpunktsetzung und fördern das, was ihnen am meisten am Herzen liegt (bzw. ihrer eigenen Zielsetzung als Organisation oder Unternehmen entspricht): So engagiert sich etwa der Eva-Wolzendorf-Fonds speziell für Mathe-Studenten der FU-Berlin, die Daisenbergersche Stiftung unterstützt Studierende aus Oberammergau und der Badische Sportbund vergibt Stipendien an Leistungssportler, die in Freiburg studieren. Die Hans-Rudolf-Stiftung dagegen fördert vorrangig Studierende der beiden Münchner Universitäten – und sucht dafür auch mittelprächtige Studenten aus, solange sie Engagement und Zielstrebigkeit beweisen. Andere Geldgeber helfen gezielt Studierenden mit Migrationshintergrund, Frauen, Alleinerziehenden oder Waisen. Unternehmen sponsern gerne Studierende aus für sie relevanten Fächern.

Die Nadel im Heuhaufen finden

Unterm Strich kommt es für dich vor allem darauf an, dass du aus der Masse der Möglichkeiten die passendsten Geldgeber für dich findest. Das verbessert deine Erfolgsaussichten deutlich, weil deine Argumente dann einfach auf der Hand liegen. Und: Je spezieller die Anforderungen, desto kleiner der Kreis der Mitbewerber. Während bei den großen, bekannten Begabtenförderwerken (siehe unten) jedes Jahr mehrere zehntausend Interessierte auflaufen, können zum Beispiel beim Heilbronner Stipendiumsfonds schon mal per se nur evangelische Studenten aus Bayreuth und Umgebung vorstellig werden.

Grundsätzlich kannst du bei drei verschiedenen Typen von Stipendiengebern dein Glück versuchen:

Die Staatliche Stiftungen

Die dreizehn Begabtenförderwerke sind, gemessen an der Zahl ihrer Stipendien, die größten Geldgeber in Deutschland. Allein die Studienstiftung des deutschen Volkes zählt aktuell rund 12.000 Stipendiaten. Zu den Begabtenförderwerken gehören auch parteinahe Einrichtungen wie die Konrad-Adenauer- (CDU) und die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) sowie konfessionelle wie das Cusanuswerk (katholische Kirche). Je nach Bedürftigkeit kannst du bis zu 597 Euro pro Monat sowie einkommensunabhängig Büchergeld über 300 Euro pro Monat kommen. Zusätzlich gibt es eine ideelle Förderung mit Seminaren, Zugang zu Netzwerken & Co.

Die Auswahlverfahren sind allerdings happig: Auf die schriftliche Bewerbung und/oder Onlinetests folgen Auswahltage, oft in Form von Assessment-Centern. Wenn du nicht zu den Notenbesten deines Jahrgangs zählst oder andere Überfliegerqualitäten mitbringst, brauchst du vor allem Glück und solltest dich penibel vorbereiten.

Achtung: Wenn du über ein Begabtenförderwerk unterstützt wirst, bekommst du in der Regel kein Bafög mehr. Infos: www.stipendiumplus.de

Das Deutschlandstipendium

Beim einkommensunabhängigen Deutschlandstipendium bekommst du 300 Euro pro Monat für mindestens zwei Semester bis zum Ende deiner Regelstudienzeit. Bewerbung und Vergabe laufen meist online über deine Hochschule, manche führen zusätzlich Auswahlgespräche. Aber längst nicht alle Hochschulen nehmen an dem Programm teil. Ob das an deiner Uni der Fall ist, musst du vorher in Erfahrung bringen.

Auch wenn die Anforderungen unterschiedlich hoch sind, stehen (sehr) gute Noten und soziales Engagement hoch im Kurs. Positiv: Du kannst ein Deutschlandstipendium parallel zum Bafög kassieren. Infos: www.deutschlandstipendium.de

Private Stifter/Unternehmen

Neben monatlichen oder einmaligen Finanzspritzen bieten insbesondere Firmen gerne Stipendien, Praktika oder ideelle Förderungen an. Die Aufnahmeverfahren sind sehr unterschiedlich, meist aber deutlich formloser als bei den staatlichen Förderwerken. Gleiches gilt für die Auswahlkriterien. Positiv: Stipendien bis 300 Euro monatlich werden nicht aufs Bafög angerechnet. Was darüber hinausgeht, mindert eventuell deinen Bafög-Anspruch.

Auch MLP vergibt mit Join the Best , MINT-Excellence und Medical Excellence Stipendien für (Auslands-)Praktika, für den MINT-Nachwuchs und für angehende Mediziner.

Eine gute Vorbereitung ist alles

Egal, ob große oder kleine Stiftung: In jede Bewerbung musst du eine gute Portion Arbeit stecken. Schließlich wollen die Förderer überzeugt werden, dass ihr Geld bei dir gut angelegt ist. Die neun besten Tipps, die dich zu einem Stipendium bringen:

  • Bewirb dich: Das klingt nach einem blöden Rat, aber viele Studenten bemühen sich tatsächlich gar nicht erst um eine Förderung, „weil es ja eh keinen Zweck hat“. Bloß keine Abfuhr riskieren. Aber mal ehrlich, was hast du außer ein bisschen Arbeit schon zu verlieren?
  • Ziele hoch: Manche Ausschreibung stellt so deftige Anforderungen als ginge es um die Besetzung eines Vorstandspostens. Lass dich davon nicht schrecken. Wenn du die Bedingungen grob erfüllst, bewirb dich ruhig. Die Stipendiengeber skizzieren hier schließlich ihren Idealbewerber. Sie sind oft zu Zugeständnissen bereit, wenn du sie im Auswahlgespräch mit deiner Persönlichkeit überzeugst.
  • Klein vor groß: Jedes Jahr können Tausende von Euro nicht vergeben werden, weil den Stiftungen die Bewerber fehlen. Viele kleinere Geldgeber bleiben auf ihrer Förderung sitzen, weil ihnen zum Beispiel das Geld für teure Werbung und ausgefeilte Internetauftritte fehlt und sie deshalb von den Studierenden nicht gefunden werden. Hier stehen deine Chancen deutlich besser als bei den Begabtenförderwerken, bei denen sich Tausende bewerben.
  • Gutes Timing: Die meisten Stiftungen entscheiden nur ein- oder zweimal im Jahr, wer gefördert wird. Ärgerlich, wenn du diese Stichtage verpasst.
  • Bring Geduld mit: Bewerbungen um ein Stipendium können dauern, besonders, wenn wie bei den Begabtenförderwerke mehrere Bewerbungsrunden zu drehen sind. Brauchst du dringend Geld, setze eher auf kleinere Stiftungen. Die entscheiden oft binnen weniger Wochen.
  • Denke wie der Geldgeber: Alle Stiftungen und Unternehmen haben Werte und Überzeugungen. Die sollten sich in deinem Lebenslauf, im Motivationsschreiben und im persönlichen Gespräch wiederfinden. Beantworte die Fragen: Warum bewirbst du dich gerade bei dieser Stiftung? Warum bist du der richtige Kandidat für genau diese Stiftung? Welche gemeinsamen Ziele haben die Stiftung und ich und wie hilft mir da ihr Geld weiter? Massenbewerbungen nach „Schema F“ kannst du dir dagegen gleich schenken.
  • Verkauf dich gut: Also: Stärken hervorheben aber nicht übertreiben. Viele Stipendiengeber möchten soziales Engagement von dir sehen. Niemand erwartet aber Wunder. Wenn du mit Nachbarskindern Mathe paukst, eine Mannschaftssportart ausübst oder als Mentor die Erstsemester einführst, hast du schon gezeigt, dass du dich einsetzen und Verantwortung übernehmen kannst.
  • Üben: Jedes Auswahlgespräch gehört gut vorbereitet. Die Webseiten der Stiftungen informieren meist, was grob auf dich zukommt und was erwartet wird.
  • "Kleinvieh“ würdigen: Natürlich ist es schöner, mit richtig viel Geld gesponsert zu werden. Aber darum balgen sich naturgemäß sehr viele. Büchergutscheine, kostenlose Internetzugänge oder kleinere Einmalbeträge helfen dir aber auch weiter – und sind oft weniger heiß umkämpft. Zudem können dich ideelle Stipendien etwa in Form von Netzwerken, Coachings, Sprachkursen oder Praktika unter Umständen viel weiter bringen als Bares. Egal, welche Form der Förderung du erwischst: Alle machen sich gut im Lebenslauf – und empfehlen dich oft für weitere Stipendien.