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Landshut

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Krankenversicherung

Was du alles wissen musst

Ohne Krankenversicherung geht es nicht

Als Student oder Berufsanfänger solltest du einige Dinge beachten, damit du die für dich beste Wahl triffst.

Für Schnellleser:

  • In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht – auch für Studenten. Wer nicht über seine Eltern mitversichert ist, muss sich selbst um seine Krankenversicherung kümmern.
  • Gesetzliche Krankenkassen bieten bis zum 15. Semester bzw. bis zum 30. Lebensjahr eine günstige studentische Krankenversicherung an. Bei gleichem Grundbeitragssatz gibt es je nach Kasse unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge und unterschiedliche Leistungen. Ein Vergleich lohnt sich.
  • Eine Krankenversicherung erhöht deinen BAföG-Bedarf.
  • Ab dem 25. Lebensjahr, wenn du bei deinen Eltern gesetzlich versichert warst, spätestens aber mit Studienende entscheidet sich, ob du dich gesetzlich versichern musst bzw. privat versichern kannst. Dies hängt stark von deiner weiteren Lebensplanung ab. Denn für einen problemlosen Wechsel musst du einige Bedingungen erfüllen. Hole dir professionelle Unterstützung beim Tarif- und Leistungsvergleich der verschiedenen Anbieter.

In Deutschland braucht jeder eine Krankenversicherung

Wenn du dich bei einer Hochschule einschreibst, musst du belegen, dass du krankenversichert bist. Du denkst, eine Krankenversicherung selbst abzuschließen ist für dich als Student kein Thema? Denn du bist ja sowieso über deine Eltern versichert? Ganz so einfach ist es leider nicht. Damit die studierenden Kinder automatisch mitversichert sind, muss mindestens ein Elternteil in der gesetzlichen Krankenversicherung sein. Sind deine beiden Elternteile privat versichert, oder hast du ein regelmäßiges monatliches Einkommen von mehr als 405 Euro bzw. 450 Euro durch einen Minijob, oder bist du älter als 25 Jahre, musst du dich als Student selbst um deine Krankenversicherung kümmern.

Studentische Krankenversicherung

In diesem Fall kannst du zum Beispiel recht günstig eine gesetzliche studentische Krankenversicherung abschließen. Der Grundbeitragssatz ist zwar bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich, aber aufgepasst: Manche Krankenkassen erheben Zusatzbeiträge, und sie können Wahltarife anbieten, bei denen du unter bestimmten Bedingungen Rückzahlungen bekommen kannst. Außerdem gibt es fürs gleiche Geld nicht überall die gleichen Leistungen. Es lohnt sich, die Angebote genau unter die Lupe zu nehmen und sich bei der Auswahl beraten zu lassen.

BAföG und die Krankenversicherung

Tipp: Wenn du bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bist und einen Antrag auf BAföG stellst, solltest du daran denken, dass die Kosten für die Versicherung deinen BAföG-Bedarf erhöhen. Legst du deinem BAföG-Antrag eine Bescheinigung der Krankenkasse über deine bestehende Versicherung bei, kannst du einen Zuschlag bekommen.

Krankenversicherung für höhere Semester

Achtung Langzeitstudenten: Ab dem 15. Semester, spätestens aber wenn du 30 Jahre alt wirst, musst du dich noch einmal mit dem Thema Krankenversicherung beschäftigen. Denn ab dann kannst du dich nicht mehr zum Studententarif versichern. Du hast dann die Wahl zwischen einem sogenannten freiwilligen Vertrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse oder einer privaten Versicherung.

Überlege Dir gut, bei wem du dich zu welchen Konditionen versichern willst und welche Leistungen dir wichtig sind. Hole Dir unbedingt Unterstützung bei einem guten Berater. Denn der Leistungs- und Tarifdschungel der Krankenkassen ist alleine und ohne gute Beratung kaum zu bewältigen.

Nach dem Studium – gesetzlich oder privat versichern?

Grundsätzlich kannst du dir nach Studienende eine neue Krankenkasse suchen – und zwar unabhängig davon, wie lange du studiert hast und wie alt du bist. Es ist eine Grundsatzfrage: Möchtest du dich gesetzlich oder privat versichern? Die Antwort hängt sehr von deiner weiteren Lebensplanung ab.

Eine private Krankenversicherung kommt für dich nur in Frage, wenn du bereits während deines Studiums privat versichert warst, als Selbständiger, Freiberufler oder als Beamter tätig wirst oder als angestellter Berufsanfänger sofort jährlich wenigstens 57.600 Euro brutto (ab 2017) verdienst. Vereinfacht lässt sich sagen: Privat Krankenversicherte zahlen vor allem in jungen Jahren relativ geringe Beiträge, erhalten mehr Leistungen als gesetzlich Versicherte und genießen meist eine bevorzugte Behandlung bei Ärzten und in Krankenhäusern.

Nachteil: Während bei der gesetzlichen Versicherung auch der nichtberufstätige Ehepartner und Kinder mitversichert sind, muss bei einer privaten Krankenversicherung jede einzelne Person extra versichert sein.

Der Wechsel von einer privaten zu einer anderen privaten Versicherung ist in der Regel schneller möglich als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Du musst mindestens 18 Monate lang in einer gesetzlichen Kasse gewesen sein, damit du zu einer anderen gesetzlichen Kasse wechseln kannst. Ausnahme: Bei erstmaliger Erhebung eines Zusatzbeitrags besteht ein Sonderkündigungsrecht ohne Einhaltung der 18-monatigen Bindefrist.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung ist die Beitragshöhe. Bei der gesetzlichen Versicherung ist sie von der Höhe des Gehalts abhängig. In Zeiten, in denen du wenig verdienst, kann die gesetzliche Krankenversicherung für dich deshalb durchaus günstiger sein als die private Konkurrenz. Auch im Alter, nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben, ist das ein wichtiger Punkt. So können die Beiträge zur Privaten mit zunehmenden Alter ansteigen, wenn man auf keine Leistungen verzichten möchte. Es gibt hier aber die Möglichkeit das abzufedern. Mit der sogenannten Beitragsentlastungskomponente können die PKV-Beiträge im Alter deutlich gesenkt werden. Bis dahin ist es für dich natürlich noch ein langer Weg. Aber es lohnt sich, frühzeitig darüber nachzudenken.