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Führerschein weg? So bekommst du ihn wieder

Du bist in eine Polizeikontrolle geraten und jetzt ist der Führerschein weg? Das wird teuer. Und zwar nicht nur wegen der Ordnungsstrafe. Unter Umständen musst du eine sogenannte medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) machen, um deinen Führerschein zurückzubekommen. Hier erfährst du, worauf du dabei achten solltest.

Führerschein weg

Für Schnellleser

  • Mit zu viel Alkohol oder mit Drogen im Blut oder zu vielen Punkten in Flensburg bist du deinen Führerschein los
  • Wenn du deinen Führerschein wiederhaben willst, musst du in manchen Fällen vorher eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) machen
  • Während der Dauer der mehrmonatigen Sperrfrist darfst du kein Fahrzeug fahren
  • Du solltest die Sperrfrist nutzen, um dich auf die MPU vorzubereiten
  • Ohne MPU-Beratung hast du kaum eine Chance, eine MPU zu bestehen
  • Die Verkehrsbehörden haben in der Regel einen ganz guten Überblick, welche MPU-Beratungs-Anbieter gut qualifiziert und erfahren sind
  • Eine MPU-Beratung kostet bei individueller Betreuung zwischen 80 und 120 Euro pro Stunde
  • Derzeit gibt es 15 Anbieter von MPU-Begutachtungsstellen, bei denen du eine MPU machen kannst
  • Die Kosten für eine MPU sind gesetzlich geregelt
  • Du kannst so oft eine MPU machen, wie du brauchst, um sie zu bestehen
  • Mit einer privaten Unfallversicherung kannst du dich gegen die Folgen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss versichern

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die die Fahrerlaubnisbehörde dazu veranlassen können, dir nicht nur deinen Führerschein zu entziehen, sondern auch eine MPU anzuordnen. Zum Beispiel, wenn du bei einer Polizeikontrolle einen Blutalkoholspiegel von mindestens 1,6 Promille hast. Oder wenn du mit Drogen erwischt wirst oder die Maximalpunktzahl von acht in Flensburg erreicht oder überschritten hast.

Solltest du noch einen Führerschein auf Probe haben und bist wegen Verkehrsverstößen schon einmal dazu verpflichtet worden, ein sogenanntes Aufbauseminar zu besuchen, dann bedeutet ein weiterer Verstoß ebenfalls, dass du eine MPU absolvieren musst, um deinen Führerschein zurückzubekommen. Dies sind nur einige Beispiele. Die Liste der möglichen Gründe für eine MPU ist lang.

Einsehen und Besserung

Ist der „Lappen“ in einem solchen Fall erstmal weg, gibt es in der Regel eine Sperrfrist. In diesem Zeitraum darfst du als ertappter Verkehrssünder keine neue Fahrerlaubnis beantragen. Die Länge der Sperrfrist hängt vom individuellen Fall ab. Denn Sperren werden vor dem Hintergrund verhängt, dass ein Strafgericht den jeweils Betroffenen für „charakterlich nicht geeignet“ hält, ein Fahrzeug zu führen. Er oder sie soll dann eine geraume Zeit nicht mehr am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Die Richter geben also eine Prognose darüber ab, welche Zeit die jeweils Angeklagten brauchen, um ihre Fehler einzusehen und unter Beweis zu stellen, dass sie bereit sind, sich zu bessern. Die Sperrfrist dauert im Durchschnitt etwa neun bis elf Monate.

Der Countdown bis zum Führerschein

Eine Sperrfrist bedeutet nicht, dass du nach Ablauf dieser Frist automatisch deinen Führerschein zurückbekommst. Du musst den Führerschein selbst neu beantragen. Diesen „Antrag auf die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis“ kannst du drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist stellen. Der Grund dafür ist banal: Die Bearbeitungszeit eines Antrags bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde dauert einfach so lang. In dem Augenblick, da du den Antrag stellst, wird dich die Behörde darauf aufmerksam machen, dass du ein positives MPU-Gutachten vorlegen musst.

Es wird also von dir erwartet, dass du dein Verhalten nachweisbar änderst. Dazu gehört, dass du nach einem Alkohol- oder Drogenvergehen über ein halbes Jahr hinweg zeigen musst, dass du „trocken/ clean“ bist (auch durch unangekündigte Drogentests durch die Behörde). Das ist sozusagen das „M“, nämlich der medizinische Teil der MPU.

Ein weiterer wichtiger Schritt zurück zum Führerschein ist auch die Vorbereitung auf das „P“, nämlich den psychologischen Teil der MPU. Hier ist es ratsam, eine MPU-Beratung bei einem qualifizierten MPU-Berater in Anspruch zu nehmen. Denn es ist eine Illusion zu glauben, dass man den sogenannten „Idiotentest“ einfach mal so nebenbei besteht.

Wo und wie findet man eine gute MPU-Beratung?

Die Erfahrungswerte zeigen: Ohne Beratung hast du kaum eine Chance, eine MPU zu bestehen. Wahr ist aber auch: Es tummeln sich eine Reihe von schwarzen Schafen in dieser Branche. Scharlatane versprechen zwar gerne, dich erfolgreich durch die Untersuchung zu bringen, sind aber nicht immer wirklich gut dafür qualifiziert. Da eine MPU-Beratung nicht gerade billig ist, solltest du den Berater gut auswählen. Nimm also nicht die erste Adresse, die du im Internet findest. Dafür ist der „Spaß“ einfach zu teuer.

Tipp: Die Verkehrsbehörden haben in der Regel einen ganz guten Überblick, welche Anbieter gut qualifiziert und erfahren sind und seriös arbeiten. Dazu gehören in erster Linie diplomierte Psychologen, die eine verkehrspsychologische Ausbildung absolviert und auch schon mal selbst bei einer MPU-Stelle gearbeitet haben. Sie wissen deshalb aus eigener Erfahrung, wie solche Gespräche ablaufen. Ein persönliches Gespräch bei der zuständigen Verkehrsbehörde schadet also nicht. Abgesehen davon zeigst du damit dein ernsthaftes Interesse an dem Prozess.

Inhalt und Kosten einer MPU-Beratung

Während einer MPU musst du im Gespräch mit einem Psychologen deinen ganz persönlichen Fall besprechen und nachweisen, dass du dich intensiv mit deinem Fehlverhalten auseinandergesetzt hast. Außerdem musst du darlegen, welche persönlichen Strategien du für dich entwickelt hast, um – je nach Vergehen – beispielsweise nicht mehr so viel zu trinken, Drogen zu konsumieren – oder was immer du an Fehlverhalten zu korrigieren hast.

Eine MPU-Beratung ist deshalb nicht nur eine Gesprächsvorbereitung auf die MPU, sondern tatsächlich eher eine Art Therapie mit Gebrauchsanleitung für das MPU-Gespräch. Einzelgespräche bringen dich dabei besser zum Ziel. Manche MPU-Berater bieten auch Gruppenveranstaltungen an. Diese können dir eher bei der Bewältigung formaler Kriterien der MPU weiterhelfen, nicht bei deinem individuellen Problem.

Eine MPU-Beratung bei einem qualifizierten Anbieter kostet bei individueller Betreuung zwischen 80 und 120 Euro pro Stunde. Wie viele Sitzungen du brauchst, lässt sich pauschal nur schwer vorhersehen. Das hängt vom Einzelfall ab. Ein seriöser MPU-Berater wird dir aber in einem ersten Gespräch die Perspektiven realistisch aufzeigen.

Welche MPU-Begutachtungsstellen gibt es, und was kostet eine MPU?

Derzeit gibt es 15 Anbieter von MPU-Begutachtungsstellen, bei denen du eine MPU machen kannst. Bei der Bundesanstalt für Straßenwesen findest du eine komplette Übersicht über diese Unternehmen. Du kannst dir aussuchen, bei welcher Begutachtungsstelle du eine MPU machst. Kostenunterschiede gibt es keine. Ablauf und Gebühren sind gesetzlich und somit einheitlich geregelt. Die MPU besteht aus einem medizinischem Teil, einem psychologischen Test und einem Leistungstest, der zeigen soll, ob aufgrund von Drogen- oder Alkoholkonsum geistige oder intellektuelle Schäden vorliegen, die die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen.

Wie oft kann ich eine MPU machen?

Rein theoretisch kannst du so oft eine MPU machen, wie du brauchst, um den Test zu bestehen. Du solltest allerdings wissen, dass die MPU-Begutachtungsstelle jedes Mal, wenn du dich zu einer MPU anmeldest, bei der Verkehrsbehörde deine Akte anfordert. Das bedeutet, dass die Behörde darüber informiert ist, wenn du häufig eine MPU machst. Abgesehen davon, dass das oftmalige Wiederholen sehr teuer ist, lohnt es sich also, sich lieber einmal richtig vorzubereiten und das Problem ernsthaft anzugehen.

Tipp: Eine private Unfallversicherung, die auch bei Unfällen unter Alkoholeinfluss zahlt

Solltest du unter Alkoholeinfluss einen Unfall bauen, sind die Folgen oft gravierend: Strafrechtliche Konsequenzen und Führerscheinentzug sind das eine. Oft kommen gesundheitliche Folgen und finanzielle Probleme hinzu. Denn nach Freizeitunfällen ist von der gesetzlichen Unfallversicherung nichts zu erwarten. Der gesetzliche Unfallschutz greift nämlich nur bei Arbeitsunfällen oder bei Unfällen auf dem direkten Weg zu und von der Arbeits- oder Ausbildungsstätte. Und die private Unfallversicherung schließt Leistungen für Unfälle unter Alkoholeinfluss normalerweise aus, es sei denn, dein Vertrag enthält eine sogenannte Alkoholklausel.

Abgesichert werden können damit Schäden, die bei einem Unfall mit maximal 1,5 Promille Alkohol im Blut entstehen. Ab 1,6 Promille geht die Straßenverkehrsbehörde davon aus, dass die betreffende Person nicht einmalig zu viel getrunken, sondern ein grundsätzliches Alkoholproblem hat. An diesem Eckwert orientieren sich auch Versicherungen und übernehmen deshalb darüber hinaus keine Zahlungsgarantien.