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Riester-Rente – schon für Studierende interessant

Zugegeben – es fällt schwer, schon im Studium an die Rente zu denken. Doch es gibt viele gute Gründe dafür. Zum Beispiel Förderungen bei der Riester-Rente.

Für Schnellleser:

  • Baust du während deines Arbeitslebens nur auf die gesetzliche Rente, hast du als Ruheständler eine Versorgungslücke. Die Riester-Rente soll dir helfen, diese Lücke zu schließen. Deswegen unterstützt dich der Staat als Sparer.
  • Zwar ist die Riester-Rente in erster Linie für Arbeitnehmer gedacht, die in die gesetzliche Rente einzahlen. Das tun aber auch manche Studenten. Sie können ebenfalls von der Förderung profitieren.
  • Ebenso Verheiratete, wenn der Partner „riestert“.
  • Die Zulagen machen die Riester-Rente für dich interessant. Da kommt einiges zusammen.
  • Das Riester-Modell ist allerdings in Teilen kompliziert; du solltest dich daher informieren und dich am besten beraten lassen.

Es hat sich herumgesprochen: Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich kaum ein komfortabler Ruhestand finanzieren. Also muss man zusätzlich selbst vorsorgen. Dabei gilt der Grundsatz: Je früher du startest, desto mehr erreichst du selbst mit kleinen Beiträgen. Und wenn deine Anstrengung auch noch staatlich unterstützt wird, lohnt es sich erst recht.

Eines der bekanntesten Fördermodelle ist die Riester-Rente. Sie ist benannt nach dem früheren Arbeitsminister Walter Riester, der sie im Jahr 2002 eingeführt hat. Ihre wichtigsten Vorteile:

  • Der Staat fördert die Sparbemühung
  • Die Rente ist garantiert, und sie fließt lebenslang
  • Und sie kann nicht gepfändet werden, wenn man mal Hartz IV beziehen muss

Wie Studierende profitieren

Im Prinzip ist die Riester-Rente für Arbeitnehmer gedacht, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, denn die Riester-Beiträge sollen die Versorgungslücke ausgleichen, die durch die Rentenreform des Jahres 2001 entstanden ist. Mehr dazu später. Doch du kannst auch als Student unter bestimmten Voraussetzungen in den Genuss der Förderung kommen:

  • Wenn du neben deinem Studium einen sozialversicherungspflichtigen Job hast und dabei in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. Du bist auch dann Riester-berechtigt, wenn du einen solchen Job nur in den Semesterferien ausübst.
  • Wenn du einen Minijob hast, also geringfügig beschäftigt bist, dann zahlt üblicherweise nur der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung, und du bist versicherungsfrei. Darauf kannst du verzichten und freiwillig – relativ niedrige – eigene Beiträge zahlen. Damit unterliegst du der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung und bist somit auch Riester-berechtigt. Ein paar Besonderheiten müsstest du dabei noch beachten und dich am besten bei der Minijob-Zentrale erkundigen. So gilt der Verzicht für alle Minijobs, die du machst.
  • Einen Anspruch auf die Riester-Förderung hast du auch, wenn du selbst zwar nicht berechtigt bist, aber dein Ehepartner. Er/sie muss selbst einen Riester-Vertrag haben, und du musst den Mindestbeitrag von 60 Euro im Jahr zahlen.

Wie Riester funktioniert

Was macht denn nun das Fördermodell so interessant, dass du dich mit dem Thema befassen solltest? Dazu müssen wir zunächst tiefer in die Materie einsteigen, die leider – und von vielen kritisiert – ein wenig kompliziert erscheint. Aber die Mühe lohnt sich.

Wie kam es überhaupt zur Riester-Rente? Die Rentenreform des Jahres 2001 hat die demografische Entwicklung stärker in den Fokus gerückt. Konsequenz: Die Renten sinken. Die entstehende Lücke sollen die Menschen mit privater Vorsorge ausgleichen. Der Staat fördert dies.

Und so funktioniert das Modell:

  • Du schließt einen Riester-Vertrag ab. Dabei kannst du wählen, ob du lieber einen Banksparvertrag oder eine Lebens- oder Rentenversicherung haben willst – oder ob du auf Aktien setzt und einen Fondssparplan abschließt.
  • Sogar mit Bausparverträgen geht dies – über den so genannten Wohn-Riester solltest du dich gesondert informieren.
  • Allen Verträgen gemeinsam ist: Es muss sich um ein zertifiziertes Riester-Produkt handeln.
  • Ein wichtiger Punkt eines solchen Vertrages: Beiträge und Zulagen sind durch eine Garantie gesichert. Wenn der Anbieter gut wirtschaftet, bekommst du natürlich mehr.
  • Du zahlst in den Vertrag mindestens vier Prozent deines Einkommens aus dem Vorjahr ein, maximal 2.100 Euro.
  • Wenn du nur wenig verdienst, musst du einen Mindestbeitrag von 60 Euro pro Jahr zahlen.
  • Der Staat unterstützt deine Vorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen.
  • Später im Ruhestand musst du im Gegenzug die Renten-Auszahlungen versteuern. Aber in der Regel ist dein Steuersatz dann niedriger als während deiner Berufszeit.
  • Die Riester-Rente bekommst du ab dem Zeitpunkt, ab dem du auch deine normale Rente beziehst, frühestens ab dem 62. Lebensjahr.
  • Sie läuft lebenslang.
  • 30 Prozent deines angesparten Kapitals kannst du dir zu Rentenbeginn einmalig auszahlen lassen.

Zulagen und Steuervorteile machen Riester interessant

Jetzt im Detail zu den Punkten, die die Riester-Förderung lukrativ machen: Der Staat zahlt jedes Jahr eine Grundzulage von maximal 154 Euro. Die volle Zulage gibt es, wenn du tatsächlich vier Prozent deines Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlst, ansonsten erhältst du die Zulage anteilig. Für Kinder gibt es noch etwas obendrauf. Hast du Kinder, die nach 2008 geboren wurden, bekommst du für jedes zusätzlich 300 Euro.

Wenn du noch nicht 25 bist, bekommst du bei Abschluss eines Riester-Vertrages einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro. Dieser so genannte Berufseinsteiger-Bonus wird dir im Jahr darauf gutgeschrieben.

Deine Riester-Beiträge kannst du aber auch von der Steuer absetzen. Falls dabei mehr rauskommt als bei der Zulage, erstattet das Finanzamt die Differenz zusätzlich.