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Ohne Private Haftpflichtversicherung geht es nicht

Machst du etwas kaputt, musst du zahlen – es sei denn, du hast eine Versicherung, die das für dich übernimmt. Hier erfährst du, wie du dich absichern kannst.

Für Schnellleser:

  • Die Private Haftpflichtversicherung ist wohl die wichtigste Police überhaupt. Denn im Ernstfall steht die Versicherung für fast alle versehentlich verursachten Schäden gerade
  • Schäden durch Kleintiere wie Katzen oder Kaninchen sind durch die Haftpflicht gedeckt. Für Hunde, Pferde oder andere größere Tiere ist eine gesonderte Tierhaftpflicht nötig
  • Fordert jemand von dir unberechtigten Schadenersatz und zieht damit vor Gericht, führt dein Haftpflichtversicherer für dich den Prozess und trägt auch die Kosten
  • Bevor du eine eigene Haftpflichtversicherung abschließt, solltest du deine Eltern fragen, ob du vielleicht schon bei ihnen mitversichert bist
  • Als Faustregel gilt, dass die Deckungssumme einer Haftpflichtversicherung mindestens 5 Millionen Euro betragen sollte
  • Eine Haftpflichtversicherung sollte auf deine speziellen Bedürfnisse als Student zugeschnitten sein. So sollten beispielsweise Auslandsaufenthalte (zum Beispiel bei Auslandssemestern) mitversichert sein

Ganz gleich, ob du als Inline-Skater im Übermut einen Passanten verletzt, aus Versehen deinen Nagellack über das Sofa einer Freundin kippst oder ob du nur ein Bild aufhängen willst, aber mit dem Bohrer die Wasserleitung triffst: Wenn du Personen verletzt oder Dinge beschädigst, musst du den entstandenen Schaden bezahlen.

Das können Arzt- oder Krankenhauskosten sein, Schmerzensgeld, Renovierungskosten, Reparaturen, Aufräumarbeiten oder Verdienstausfall. Im schlimmsten Fall kommen Kosten auf dich zu, die für dich den finanziellen Ruin bedeuten können. Denn als erwachsene Person haftest du für deine Handlungen mit deinem gesamten Vermögen und bis zur Pfändungsgrenze auch mit deinem Einkommen – unter Umständen dein Leben lang. Die Private Haftpflichtversicherung ist deshalb wohl die wichtigste Police überhaupt. Denn im Ernstfall steht die Versicherung für fast alle versehentlich verursachten Schäden gerade.

Der Hundebiss ist nicht versichert

Laut Gesetz haftest du als Besitzer auch für alle Personen-, Sach- und Vermögens-schäden, die Tiere anrichten, die dir gehören. Bei Schäden, die durch zahme Kleintiere verursacht werden, zahlt die Privathaftpflicht. Für Katzen oder Kaninchen ist eine Tierhalter-Haftpflicht deshalb in der Regel nicht nötig – sogar Bienen zählen zur Gruppe der sogenannten zahmen Kleintiere. Beißt aber dein Hund den Briefträger oder reißt dein Pferd aus und verursacht einen Verkehrsunfall, dann kann das arg ins Geld gehen. Denn Schäden, die durch größere Tiere verursacht werden, sind in der Regel bei der Privaten Haftpflicht nicht mitversichert. Insbesondere Hundehalter und Pferdeliebhaber sollten deshalb zusätzlich über eine Tierhalter-Haftpflicht nachdenken. Die muss übrigens für jedes Tier einzeln abgeschlossen werden.

Schutz gegen unberechtigte Forderungen

Haftpflichtversicherungen zahlen nicht nur im Schadenfall, sondern sie sind in einem eng abgesteckten Rahmen eine sogenannte passive Rechtschutzversicherung: Sie wehren unberechtigte Ansprüche ab. Und das funktioniert so: Fordert jemand von dir Schadenersatz und zieht damit vor Gericht, führt dein Haftpflichtversicherer für dich den Prozess und trägt auch die Kosten. Umgekehrt gilt das jedoch nicht: Willst du selbst Schadenersatzansprüche gegen jemand anderen geltend machen, musst du die Kosten dafür selber tragen – für solche Fälle gibt es Rechtsschutzversicherungen.

Mitversichert bei den Eltern

Bevor du eine eigene Haftpflichtversicherung abschließt, solltest du deine Eltern fragen, ob du vielleicht schon bei ihnen mitversichert bist. Falls sie einen Familientarif abgeschlossen haben, kann es sein, dass du dann erst einmal keine eigene Versicherung brauchst. Es müssen in diesem Fall verschiedene Bedingungen erfüllt sein. So gilt bei vielen Verträgen eine Altersbeschränkung für den Familienschutz des Kindes in der Haftpflichtversicherung. Dieser liegt meist bei Vollendung des 25. oder 30. Lebensjahres, manchmal auch schon bei Erreichen der Volljährigkeit. Nach Überschreitung der jeweiligen Altersgrenze bist du nicht mehr durch den Familientarif deiner Eltern geschützt. Dann heißt es: Selber versichern. Eine weitere Klausel, auf die du achten solltest, regelt, ob du nur im Fall des Erststudiums mitversichert bist oder völlig unabhängig davon bis zum Ende eines weiteren Studiums.

Wie hoch sollte die Deckungssumme sein?

Als Faustregel gilt, dass die Deckungssumme – also der Schadens-Höchstbetrag, der durch die Versicherung gedeckt wird – mindestens 5 Millionen Euro betragen sollte. Das klingt nach viel Geld. Doch gerade bei Personenschäden sind Schadenssummen im Millionenbereich schnell möglich.

Welche Leistungen sollten enthalten sein?

Eine Haftpflichtversicherung sollte auf deine speziellen Bedürfnisse als Student zugeschnitten sein. So ist es wichtig, dass in dem Vertrag eine Absicherung von Auslandsaufenthalten enthalten ist. Wichtig: Hier wird nach „Europäischem Ausland“ und einem Aufenthalt in „Nicht-EU-Ländern“ unterschieden. Auch beim Thema Sport solltest du die Vertragsbedingungen auf deine Bedürfnisse hin prüfen. Zwar sind Freizeitsport und Training meist mitversichert – Wettkämpfe aber oft nicht. Trittst du bei einem Turnier gegen andere Sportler an, sind verursachte Schäden oft nicht automatisch über die Private Haftpflicht mitversichert. Es lohnt sich also, die Versicherungsbedingungen gut durchzulesen und im Bedarfsfall für zusätzlichen Schutz zu sorgen.