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Berlin

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14.12.2015

Student aus Mannheim hat eine Frage gestellt

Steuerliche Abgaben bei Nebenjobs?

Ich bin Student und habe einen Nebenjob. Jetzt denke ich darüber nach, mir noch einen zweiten Job zuzulegen. Wie ist das dann aber mit den steuerlichen Abgaben?

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14.12.2015

Sabrina vom MLP financify Team hat geantwortet

Es gibt mehrere Varianten!

Variante 1:

Du hast einen sogenannten Minijob, bei dem du maximal 450 Euro im Monat verdienst. Dieser ist grundsätzlich sozialversicherungsfrei mit Ausnahme der Rentenversicherung. Allerdings kannst du dich jederzeit von dieser bei deinem Arbeitgeber befreien lassen. Wenn dein Chef auch noch die 2 % Pauschalsteuer übernimmt, musst du deine Einkünfte nicht versteuern und bekommst deinen Arbeitslohn voll ausbezahlt.

Übrigens kannst du auch mehrere Minijobs haben, solange du im Gesamten monatlich nicht mehr als 450 Euro verdienst. Das heißt, du darfst als Babysitter z.B. 200 Euro monatlich und zusätzlich als Kellner jobben, wodurch du etwa 250 Euro im Monat verdienst. Damit kommst du im Monat zusammen auf 450 Euro.

Variante 2:

Wenn du mit deinem Job mehr als 450 Euro im Monat verdienst, benötigt dein Chef deine steuerliche Identifikationsnummer. Seit 2013 gibt es die reguläre Lohnsteuerkarte nämlich nicht mehr. In Form von elektronischen Steuerabzugsmerkmalen, kurz ELStAM, sind verschiedene Daten von dir gespeichert, z.B. die Kirchensteuer, dein Geburtsdatum usw. Die elfstellige Zahl kannst du entweder auf deiner letzten Lohnsteuerkarte oder Steuerbescheid oder online beim Bundeszentralamt für Steuern nachlesen. Bei einem Verdienst bis zu maximal 950 Euro monatlich musst du keine Lohnsteuer zahlen, lediglich Sozialabgaben. Also Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung. Wenn ein Student z.B. 20 Jahre alt ist und 950 Euro im Monat verdient, betragen die Sozialabgaben 367,18 Euro und er bekommt 766,41 Euro ausbezahlt.

Als lediger Student ohne Kinder hast du Steuerklasse 1. Insgesamt gibt es 6 Steuerklassen.

Variante 3:

Studenten können mehrere Jobs annehmen. Z.B. kann man einen sozialversicherungspflichtigen Job, bei dem man also einen maximalen Verdienst von 950 Euro im Monat hat und zusätzlich einen Minijob (max. 450 Euro monatlich) kombinieren. Bei mehreren versicherungspflichtigen Jobs, bei denen du mehr als 450 Euro verdienst oder dein AG die Pauschalsteuer nicht übernimmt, hast du sowohl Steuerklasse 1, als auch Steuerklasse 6. Sinnvoll ist es, Steuerklasse 1 bei dem Arbeitsverhältnis zu wählen, bei dem man mehr verdient.

Z.B. hast du als Kassierer an der Tankstelle einen Verdienst von 480 Euro pro Monat und bei dem zweiten Job als Barkeeper 470 Euro pro Monat. Sinnvoll ist es nun, deinen Job als Kassierer in Steuerklasse 1 anzugeben, da du hier mehr verdienst. Außerdem musst du beachten, dass du bei zwei versicherungspflichtigen Jobs eine Einkommenssteuererklärung abgeben musst. Das kann sich lohnen, da du einbehaltene Lohnsteuer evtl. erstattet bekommst. Die meisten Abzüge, die du wegen der Lohnsteuerklasse 6 leisten musst, bekommst du dann auch wieder zurück.

Variante 4:

Wem das alles zu kompliziert wird, kann sein eigener Chef werden und z.B. Babysitten. Aber Vorsicht: Zunächst bekommst du zwar keine Steuer und Sozialversicherungen abgezogen. Dafür entstehen aber andere Pflichten, wie z.B. grundsätzliche Steuererklärungspflicht mit Gewinnermittlung, man muss sich selbst versichern, Gewerbeanmeldung, Umsatzsteuer, evtl. monatliche Voranmeldung und Vieles mehr.